Schweizer Bauern flehen um Auslandshilfe

Ein Feld mit Erntemaschinen von oben
Die Schweiz steuert auf Ernteausfälle zu. (Symbolbild: unsplash)

Die Landwirte der Schweiz bekämpfen das Ausland, wo sie nur können. Nun betteln sie aber darum, dass es hilft. Selbst, wenn der Weg nicht stimmt.

In der Schweiz gibt es viele ungeklärte Widersprüche.

So fordert das Land eigentlich Freihandel von der ganzen Welt, doch igelt es sich selbst sein.

Tiefe Futtererträge wegen Trockenheit

Die Bauern bekämpfen vehement die Konkurrenz aus dem Ausland, doch nunmehr rufen sie diese selbst zu Hilfe. 

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) erleichtere Betroffenen die Futtermittelbeschaffung mit einer ausserordentlichen Reduktion des Grenzschutzes, teilte das Wirtschaftsministerium am heutigen Freitag mit.

Hintergrund sei die ausgeprägte Trockenheit der vergangenen Wochen in verschiedenen Regionen der Schweiz, die sich in tieferen Futtererträgen auswirke, hiess es weiter.

Strafzoll wird temporär abgeschafft

Vom 15. August bis 31. Oktober könne Mais zu Futterzwecken, frisch oder siliert, mit einem Trockensubstanzgehalt bis 60 Prozent vorübergehend zu reduzierten Grenzabgaben von null Franken in die Schweiz eingeführt werden.

Dies erklärte WBF unter der Leitung von SVP-Bundesrat Guy Parmelin weiter. 

Tierhaltungsbetrieben werde damit ermöglicht, Silomais kostengünstiger zu beschaffen und angemessene Reserven für die Winterfütterung anzulegen.

Planwirtschaft pur

Wie dies ohne Beschluss des Bundesrates geschehen kann, bleibt allerdings fraglich.

Normalerweise muss die Landesregierung Importbeschränkungen wegen einer Mangelsituation bei Eiern, Butter, Kartoffeln & Co. aufheben, wie muula.ch über das planwirtschaftliche Prozedere regelmässig berichtet.

Offenbar wurde der normale Weg umgangen, weil der Bundesrat in der Sommerpause weilt.

Die Grenzbelastungen per 1. August 2026 für Heu und Grassilage seien bereits im Rahmen des ordentlichen Vollzugs durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) aufgehoben worden, hiess es im Communiqué auch weiter.

Daran zeigt sich, dass die Senkung der Importzölle auf null Franken nicht der Normalfall war.

Einflussnahme auf Detailhandel

Das WBF erklärte weiter, die Massnahmen seien auf Antrag des Schweizer Bauernverbandes (SBV) erfolgt.

Die Schweizer Landwirte hätten explizit darum gebeten, die Grenzabgaben (Zoll und Garantiefondsbeitrag) für Mais zu Futterzwecken vorübergehend aufzuheben. Wegen Futtermangels habe es bereits Notschlachtungen gegeben.

Der SBV unter der Leitung von Markus Ritter forderte zudem, der Schweizer Detailhandel um Migros, Coop, Manor, Denner, Globus & Co. solle höhere Preise zahlen und die Qualitätsanforderungen senken, um auf die Krise mit der Trockenheit zu reagieren.

Extreme Trockenheit richte in der Landwirtschaft grossen Schaden an, hiess es dramatisch.

Einfach Endprodukte einführen

Betriebe würden ihre Herden wegen Futtermangels verkleinern, was sich negativ auf den Fleischmarkt auswirke. Zudem gebe es einen starken Rückgang der Milchproduktion im Inland.

Doch warum führt die Schweiz dann nicht einfach mehr Fleisch und Milch aus dem Ausland ein?

Und warum bereiten sich die Schweizer Bauern nicht besser auf solche Trockenperioden vor?

Nun, das sind diese Widersprüche der Schweiz, die es zu hinterfragen gilt.

07.08.2026/kut.

Schweizer Bauern flehen um Auslandshilfe

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