
Der Glencore-Konzern kämpfte sich zu Jahresbeginn aus der Verlustzone heraus. Doch der Rohwarenriese gab auch brisante News für die Schweiz bekannt.
Der in Baar ZG domizilierte Rohwarenkonzern Glencore hat ein hervorragendes erstes Semester absolviert.
Der Umsatz legte um rund 50 Prozent auf 174 Milliarden Dollar zu, wie das von CEO Gary Nagle geführte Unternehmen am Mittwoch bekanntgab.
Preisexplosionen zum Iran-Krieg
Unter dem Strich verblieb diesmal ein Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahressemester hatte noch ein Verlust von 655 Millionen Dollar gestanden. Insofern verbesserte sich die Profitabilität des Rohwarenkonzerns sehr stark.
Hintergrund seien die Entwicklungen bei Erdöl und Erdgas, welche dem Unternehmen laut Konzernchef Nagle starken Rückenwind gaben.
Bei Metallen und Mineralien sei es im Prinzip auch so gewesen, allerdings nicht so extrem, hiess es weiter. Der US-israelische Angriffskrieg auf Iran zahlt sich da aber quasi aus, weil die Rohstoffpreise förmlich explodiert sind.
Börsenkurs legt zu
Von den Besserungen sollen die Eigentümer über zusätzliche Dividenden sowie einen kleinen neuen Aktienrückkauf profitieren, erklärte Glencore zur Gewinnverwendung.
Bei den Investoren kamen die Informationen gut an.
Die Glencore-Papiere legten um über 4 Prozent zu.
Neue Zweitkotierung in Australien
Doch für die Schweiz gab es von einem der weltgrössten Rohstoffkonzerne auch eine Hiobsbotschaft, die zu denken geben sollte.
Der Hauptsitz befindet sich zwar in der Schweiz. Doch um die Investorenbasis erweitern zu können, will Glencore eine Zweitkotierung an der australischen Börse ASX vornehmen.
Die Pläne seien schon ziemlich ausgereift, wie es an einer Medienorientierung hiess.
Im Oktober soll es losgehen und dann sind die Glencore-Titel nicht mehr nur in Grossbritannien und Südafrika, sondern auch in «Downunder» kotiert.
Schweiz uninteressant
Naheliegend wäre mit dem Hauptsitz in Baar ZG ein Listing an der Schweizer Börse SIX gewesen.
Doch der Rohwarenkonzern, der 1974 von Investor Marc Rich gegründet wurde, steht hierzulande ständig in der Kritik wegen allfälliger Menschenrechtsverletzungen und möglichen Umweltverschmutzungen.
Viele linke Aktivisten in der Schweiz haben sich regelrecht auf den Bergbau- und Rohstoffkonzern eingeschossen.
Glencore hatte daher auf eine SIX-Börsenkotierung offensichtlich keine Lust gehabt.
Aktivisten auch in «Downunder»
In Australien habe der Konzern den Vorteil, viel Expertise im Rohwarensektor vorzufinden, hiess es zu dem Vorhaben weiter.
Ausserdem sei Glencore dort seit über 25 Jahren auch geschäftlich tätig.
Eventuell hat das Unternehmen aber nicht mitbekommen, dass gegen Bergbaukonzerne auch in «Downunder» mittlerweile stark der Wind gedreht hat.
Mit den Börsenkotierungen in Australien, Grossbritannien und Südafrika hält sich Glencore jedenfalls alle Optionen offen.
Doch die Schweiz ist eben nicht mehr darunter.
05.08.2026/kut.



