
Der Versicherungskonzern Zurich führte die Finanzmarktaufsicht Finma hinters Licht. Konzernchef Mario Greco reagiert auf seine alten Tage erbost.
Je weiter Personen in Organisationen aufsteigen, desto härter wird der Konkurrenzkampf.
Geht es um die Spitzenposten, wird mit besonders harten Bandagen gekämpft.
Schweiz-Chef als Favorit
Davon kann derzeit die Versicherungsgruppe Zurich Insurance Group ein Lied singen.
Die Tage von Mario Greco (67) als Konzernchef sind nämlich gezählt und das Rennen um seine Nachfolge ist voll entbrannt.
Aussichtsreichster Nachfolgekandidat auf dem CEO-Posten war Juan Beer mit Jahrgang 1970, der bis vor Kurzem die Schweizer Geschäfte leitete.
Überraschender Abgang
Doch dann kam plötzlich sein Rücktritt im März und keiner wusste so richtig, was passiert war.
Für Beer, der 1987 als Lernender zu Zurich gestossen und seit 2018 als CEO im Amt war, stand keine Nachfolgelösung zur Verfügung.

Dies verdeutlicht, wie überraschend der Abgang des Versicherungsmanagers war.
Auch der Umstand, dass der Versicherer das Communiqué nicht mehr auf seiner Webseite ausweist, spricht für eine abrupte Trennung.
Vereinbarung mit Finma gebrochen
Doch nun lichten sich immer mehr die Zeichen zu den Hintergründen.
Wie mehrere Medien berichteten, hat Zurich Insurance in der Schweizer Einheit die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma im Haus.
Diese verhängte laut Konzernchef Greco teilweise ein Verkaufsverbot für bestimmte Lebensversicherungen an Geschäftskunden, wie er am Dienstag gegenüber «Bloomberg» erklärte.
Offenbar hatte Zurich Schweiz dabei Verträge günstiger abgeschlossen, als mit dem Regulator abgestimmt war.
Compliance-Fälle vermeiden
Zurich-CEO Greco bedauerte gegenüber der Nachrichtenagentur «Bloomberg», dass die internen Prozesse und Abteilungen die Probleme bei der Schweizer Einheit nicht gefunden hätten.
Mehrere Mitarbeiter mussten, neben Beer, ihre Hüte nehmen. Dies zeigt, wie gravierend die Vergehen gewesen sein dürften.
Klar, jeder Konzernchef will, dass es in den Landesgesellschaften keine Compliance-Fälle gibt.
Eine Holding möchte schon gar nicht, dass der Regulator bei ihren Geschäften irgendwo auf der Welt einmarschiert.
Insofern lag die Schuld sicher bei Beer.
Anschwärzen beim Regulator
Doch je höher Manager in der Hierarchie von Firmen kommen, desto weniger Freunde haben sie noch.
Der Wettbewerb um lukrative Posten ist extrem hart und Konkurrenten werden dabei schon auch mit «Leichen im Keller» beseitigt, von denen kaum jemand weiss.
Und notfalls teilt jemand die Missstände, die tief in garantiert jedem Unternehmen schlummern, der Aufsichtsbehörde mit.
28.07.2026/kut.



