
Schweizer gehen gerne im Ausland einkaufen. Zur Corona-Pandemie merkte die Schweiz aber, welches Potenzial im Inland steckt, und nutzte es.
Die Schweiz hat den Einkaufstourismus erfolgreich heruntergefahren.
Dabei fuhr sie administrative Hürden nach oben, um das Shopping jenseits der Landesgrenzen unattraktiv zu machen.
Einbruch der Umsätze
Wie die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik BFS vom heutigen Montag belegen, ging 2025 der Einkaufstourismus um 3,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Franken zurück.
Im Jahr davor, als die Wertfreigrenze bei der Mehrwertsteuer noch nicht von 300 auf 150 Franken abgesenkt war, hatte der Einkaufstourismus um 9,4 Prozent auf 5,7 Milliarden Franken zugelegt.
Explosion der Verwaltung
Solche Ausgaben jenseits der Landesgrenze waren dem Schweizer Detailhandel um Migros, Coop, Manor, Globus & Co. sowie der Schweizer Politik ein Dorn im Auge, weshalb das Land diese List mit der niedrigeren Wertfreigrenze ersann.
Dazu schmiedeten sogar die SVP und die FDP mit den Grünen einen Pakt.
Ab 150 Franken an Nettoeinfuhrbetrag müssen alle Reisenden eine Zollanmeldung vornehmen.
Damit stiegen allerdings die administrativen Aufwände beim Zoll. Die Zahl der Zollanmeldungen stieg um Millionen, wie muula.ch berichtete.
Mini-Beträge für den Bund
Doch meist geht es nur um Mini-Beträge, die mit der Wertfreigrenze von 300 Franken gerade vermieden werden sollten.
Insofern verlor die Schweiz ihren ökonomischen Verstand, wie es muula.ch bezeichnete.
Bezahlen müssen die Zeche die Schweizer Verbraucher – einmal über höhere Einkaufspreise in der Schweiz und andererseits über höhere Verwaltungsaufwendungen bei der Verzollung und in der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV.

Die Zoll-App konnte bis vor kurzem noch nicht einmal den reduzierten Mehrwertsteuersatz handhaben.
Auf einen Netto-Einkaufsbetrag bei Lebensmitteln von beispielsweise 151 Franken müssen bei der Einfuhr wohlgemerkt 3,90 Franken an Bundesbern abgeliefert werden.
Grenzschliessungen als Test
Die Schweiz hatte während der Coronavirus-Pandemie gemerkt, wie schön es ist, wenn das Volk nicht mehr im Ausland einkaufen kann.
Die Detailhändler hierzulande hatten mit den geschlossenen Grenzen der Corona-Massnahmen regelmässig Rekordumsätze erzielt.
Sinkende Preisdifferenzen
Nun belegt die Statistik, dass die List beim Einkaufstourismus schon innerhalb eines Jahres aufgeht – selbst wenn die Statistiker auch noch die geringere Preisdifferenz der Schweiz gegenüber den Nachbarländern als Grund für den Rückgang beim Einkaufstourismus aufzählen.
Doch grosse Bewegungen beim Wechselkurs und bei der Teuerung im Ausland gab es im vergangenen Jahr praktisch gar nicht.
Allein der Protektionismus der Schweiz wirkt.
22.06.2026/ena.





