Bank der Ultrareichen Pictet erwartet weitere Börsenrally

Logo der Genfer Privatbank Pictet an der Zürcher Bahnhofstrasse
Die Genfer Privatbank Pictet residiert auch an der noblen Zürcher Bahnhofstrasse. (Bild. muula.ch)

Vielerorts machen sich Sorgen über die gestiegenen Kapitalmärkte breit. Doch die Privatbank Pictet sieht aus diversen Gründen eine weitere Börsenparty.

Angesichts des Aktienbooms fragen sich viele Investoren, ob die Hausse an den Kapitalmärkten bald ein jähes Ende finden wird.

Nein, sagt die Genfer Privatbank der Superreichen, Pictet, in ihrem jüngsten Marktausblick, zu dem neben institutionellen Investoren auch muula.ch geladen war.

Historischer Vergleich hilft

Zwar habe sich der US-Aktienmarkt seit der Coronavirus-Pandemie mehr als verdoppelt, erklärte Anastassios Frangulidis vom Pictet Asset Management unlängst am beeindruckenden Zürcher Sitz des Geldhauses an der Bahnhofstrasse zur Situation.

Doch die Bewertung des Gesamtmarktes sei nicht auf extremem Niveau. So lägen die US-Aktienkurse im Verhältnis zu den erwarteten Gewinnen für die kommenden 12 Monate je nach Aktienkategorie zwischen 17,7 und 21,1.

Historisch seien in Boomphasen aber deutlich höhere Werte um 25, etwa im Jahr 2000, erreicht worden, erklärte der Finanzmarktexperte.

Wirtschaftsaufschwung in Japan

Auch sei mittlerweile eine deutliche Verbesserung der Gewinnentwicklung auf der ganzen Welt zu beobachten, hiess es weiter.

In den USA hätten sich zudem die Gewinnmargen deutlich ausgeweitet und die Prognosen stünden weiter auf Anstieg, so Frangulidis zu den Marktaussichten.

Anastassios Frangulidis von Pictet bei seiner Präsentation in Zürich
Anastassios Frangulidis von Pictet erwartet höhere US-Gewinnmargen. (Bild: muula.ch)

Klar sorgen die gestiegenen Inflationserwartungen sowie die Krise in Nahost für Bremsspuren.

Doch selbst ein um 50 Prozent gestiegener Erdölpreis könne der US-Volkswirtschaft nichts anhaben, rechnete Pictet vor. Dies belaste allenfalls Länder Asiens stark.

Warten auf Europa

Aber auch dort trifft die Situation nicht mehr auf so erdölintensive Volkswirtschaften wie früher.

Beispielsweise startet Japan derzeit ökonomisch regelrecht durch und der japanische Auftragseingang für Maschinen ging mit +12,6 Prozent in Richtung Boom.

China werde weiterhin stark von den Exporten und dem steigenden Privatkonsum getragen, erklärte der Pictet-Chefstratege in Zürich. Die Investitionen in den chinesischen Immobilienmarkt blieben jedoch schwach, was die Volkswirtschaft noch belaste.

Ein Aufschwung lässt in Europa auf sich warten. Das «europäische Revival», welches Pictet unlängst noch stark erhoffte, lässt weiter auf sich warten. Gerade Deutschland wachse unter seinem Potenzial.

US-Verbraucher als Zugpferde abgelöst

In den USA legen die Exporte sowie die Investitionen stark zu. Der Privatkonsum bleibe zwar eine Stütze, doch die Unternehmensinvestitionen in Künstliche Intelligenz KI seien mittlerweile der eigentliche Treiber.

Präsentation von Pictet zum Marktausblick
Statt des Wohnungsbaus gehen die KI-Investments in den USA durch die Decke. (Screenshot: muula.ch)

Und die steigenden Unternehmensgewinne würden den Aktienkursen weiteren Rückenwind verleihen.

Es sind also gar nicht mehr die US-Verbraucher, welche die Börsenrally wie in der Vergangenheit antreiben. Pictet favorisiert Titel aus den Bereichen Informationstechnologie und Industrie.

Abwertung des Dollar

Schweizer Anleger müssten allerdings beim Investieren ihre Währungsrisiken im Auge behalten.

Nach der Beilegung des Iran-Krieges rechnet die Genfer Privatbank mit einem noch schwächeren Dollar, was die Gewinne Schweizer Investoren schmälern würde.

Pictet-Wirtschaftsexperte Frangulidis bei seinem Marktausblick
Pictet sieht eine fortschreitende Abwertung des Dollars. (Bild: muula.ch)

Alles in allem dürfte die Party an den Kapitalmärkten laut dem Pictet-Wirtschaftsexperten Frangulidis weitergehen.

Dies so lange, bis die Zentralbanken aufgrund der anziehenden Inflation mit Zinserhöhungen die Partystimmung stören.

Doch bis dahin wird wohl noch einige Zeit vergehen.

21.06.2026/kut.

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