
Obwohl die Ausfuhren stagnieren, verzeichnen einige Exportmärkte einen Boom. Dazu gehören auch die USA, doch Donald Trump bleibt da erfolglos.
Die Schweizer Exporte legten im April saisonbereinigt lediglich mit +0,1 Prozent auf 22,3 Milliarden Franken zu.
Real, also unter Berücksichtigung der Teuerung, stiegen sie um 3,0 Prozent, wie aus den neuesten Aussenhandelsdaten des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit BAZG vom heutigen Dienstag hervorgeht.
Uhrenbranche fängt sich
Sieben der zehn Exportsparten verzeichneten im April 2026 ein Plus.
Positiv entwickelten sich die Maschinen, Elektronik und Apparate, welche nach zwei negativen Monaten, einen Anstieg um 5,5 Prozent erzielten.
Auch die Uhrenbranche um Patek Philippe, Rolex, Omega & Co. habe mit +5,0 Prozent das Vormonatsminus neutralisiert, hiess es von der Zollverwaltung.

Am deutlichsten zeigte sich die negative Entwicklung aber bei den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen, welche einen starken Einfluss auf die Schweiz hat.
So verloren diese das Vormonatsplus und fielen mit 11,1 Milliarden Franken wieder auf den Stand des Februars zurück.
Verantwortlich für diesen Rückgang seien die pharmazeutischen Grundstoffe sowie die chemischen Erzeugnisse gewesen, hiess es weiter.
Boom in Türkei und Singapur
Regional zeigte sich ein heterogenes Bild: So verlief die Entwicklung zwischen Europa mit -11,6 Prozent und den anderen beiden grossen Wirtschaftsräumen Nordamerika mit +16,2 Prozent und Asien mit +9,8 Prozent diametral entgegengesetzt.
Das gute Ergebnis in Nordamerika sei vor allem auf die Mehrexporte in die USA zurückzuführen, die um +16,0 Prozent zulegten, erklärte das BAZG den Anstieg.
Demgegenüber erhöhten sich die Exporte nach Asien insgesamt, wobei die Türkei mit +44,5 Prozent, Singapur mit +12,6 Prozent und Japan mit +9,2 Prozent die höchsten Wachstumsraten aufwiesen.
Pharma dominiert alles
Die Importe zeigen im April hingegen einen insgesamt leicht negativen Trend.
Nach einem kräftigen Plus im März reduzierte sich der Schweizer Warenbezug aus dem Ausland um 3,0 Prozent. Real ging es allerdings um 4,1 Prozent nach oben.
Nach einem Rückgang um fast einen Viertel im Februar folgte im März bei chemisch-pharmazeutischen Produkten von Roche, Novartis, Sandoz, Lonza & Co. ein kräftiges Importplus von 36,2 Prozent.
Der April schnitt dann allerdings mit einem Minus von 16,2 Prozent bei dieser Importsparte ab und dominierte den Rückgang.
US-Einkäufe steigen
Geografisch rührte der Rückgang von den gesunkenen Importen aus Europa her, die um 1,1 Prozent sanken.
Demgegenüber nahmen die Importe aus Nordamerika mit 7,0 Prozent zu. Das Plus bei den USA betrug 6,4 Prozent.
Asien legte mit 4,4 Prozent im April aber ebenfalls merklich zu.
Trump-Anliegen verpufft
Die Handelsbilanz wies im April einen Überschuss von 3,2 Milliarden Franken aus. Damit steigt der Exportüberschuss gegenüber dem März wieder an.
Wer nur auf die USA schaut, sieht auch keine Besserung. Die Schweiz exportierte Waren für rund 3,5 Milliarden Franken in das Land von Donald Trump und kaufte dagegen nur für 1 Milliarde Franken dort ein.
Das macht, wie fast in allen Vormonaten, ein Plus von rund 2,5 Milliarden Franken zugunsten der Schweiz.
Das Ansinnen von US-Präsident Trump, die Schweiz zu mehr Käufen in den USA zu bewegen, verpufft.
02.06.2026/kut.





