
Die USA wollen den Schweizer Handelsüberschuss reduzieren. Aktuelle Import- und Exportzahlen zeigen dabei den Erfolg der Strategie von Trump.
US-Präsident Donald Trump hat mit dem Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran zwar seinen positiven Pfad für die Wirtschaft verlassen.
Doch die ursprüngliche Idee, über US-Importzölle die Handelsbilanzüberschüsse von anderen Ländern zu reduzieren, stellt sich nach und nach ein.
Fast alle Waren betroffen
Bestes Beispiel ist die Schweiz, deren jüngste Aussenhandelszahlen das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG am heutigen Dienstag bekanntgab.
Die Schweizer Exporte sanken im ersten Quartal 2026 demnach saisonbereinigt um 4,2 Prozent auf 66,9 Milliarden Franken.
Dies sei der tiefste Stand seit dem dritten Quartal 2021, hiess es weiter.
Der Exportrückgang habe acht der zehn wichtigsten Warengruppen erfasst.
Gigantischer Einbruch in USA
Die umsatzstärkste Warengruppe der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse war laut dem BAZG am deutlichsten betroffen: Ihre Ausfuhren schrumpften um 8,1 Prozent oder 3,0 Milliarden Franken.
Es sei der vierte aufeinanderfolgende Rückgang in dieser Warengruppe, so die Zollbehörde.
Die Exporte nach Nordamerika brachen um 14,4 Prozent ein. Dieses Ergebnis sei massgeblich durch die USA mit einem Rückgang von -15,6 Prozent beeinflusst.
Die Ausfuhren dorthin fielen mit 9,8 Milliarden Franken auf den niedrigsten Stand seit dem Schlussquartal 2020, gab das BAZG zu bedenken.
Chemie und Pharma bestimmen
Auf der Importseite reduzierte sich der Schweizer Warenbezug um 4,7 Prozent auf 55,8 Milliarden Franken.
Im ersten Quartal 2026 verzeichneten sechs von elf Warengruppen abnehmende Einfuhren.
Wie schon auf der Exportseite rutsche die Gruppe der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse laut dem Zoll am stärksten ins Minus: Die Bezüge gingen um 10,8 Prozent oder 2,3 Milliarden Franken zurück.
Die Einfuhren aus Nordamerika legten allerdings um 2,8 Prozent zu, genauso wie es Trump haben will.
Überschuss schmilzt rasant
Die Schweizer Exporte in die USA betrugen rund 10 Milliarden Franken.
Die Importe aus den Vereinigten Staaten kamen im ersten Quartal auf 3,2 Milliarden Franken, was ein Handelsbilanzüberschuss von rund 7 Milliarden Franken für drei Monate ergibt.
Schaut man auf das dritte Quartal 2025, so betrugen die Exporte noch 13,1 Milliarden Franken und die US-Importe in die Schweiz 3,1 Milliarden Franken, was eine Differenz von 3 Milliarden Franken ausmachte.
Insofern hat sich der Handel deutlich zugunsten von den USA entwickelt.

Auch insgesamt schrumpft der Schweizer Exportüberschuss rasant, wie aus der Tabelle des BAZG hervorgeht.
Im 4. Quartal 2024 lag der Wert bei über 20 Milliarden Franken – nun ist die Differenz aus Exporten und Importen auf knapp über 11 Milliarden Franken geschrumpft.
Die Amerikaner befehlen eben und die Schweiz folgt.
Pharma nach Übersee locken
Wie die Trump-Delegation am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos vor laufender Kamera betonte, würde sich der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz auf einen Schlag reduzieren, wenn die Schweizer Pharmaindustrie ihren Standort Basel aufgeben und in die USA ziehen würde.
Bei Novartis bestimmen die Amerikaner bereits quasi alles, weil das Management praktisch nur noch aus US-Amerikanern besteht.
Beim Pharmagiganten Roche haben die Eigentümerfamilien noch viel zu sagen.
Wichtiges Treffen in Washington
Doch um den Sprecher André Hoffmann zieht sich die Schlinge zu, denn die Amerikaner bauen Druck auf.
Am WEF führt der Roche-Vertreter jetzt gemeinsam mit Blackrock-Chef Larry Fink und im US-Elite-Netzwerk «Bilderberg Meetings» nahm Hoffmann diesmal überraschend in Washington teil.
Für den Pharmastandort Schweiz sieht es da wohl düster aus. Noch ist US-Präsident Trump nicht am Ziel – aber auf der Zielgeraden, wenn Bundesbern nicht aufpasst.
21.04.2206/kut.





