Swisscom in der Negativspirale

Swisscom-Logo auf einem Gebäude
Swisscom hat über 16 Milliarden Franken an Nettoschulden. (Bild: PD)

Die staatliche Swisscom verzeichnet einen Gewinneinbruch nach dem anderen. Sowohl in der Schweiz als auch in Italien gehen die Umsätze zurück.

Der Schweizer Telekomriese Swisscom kommt aus den Negativschlagzeilen derzeit nicht heraus.

Erst musste die Staatsfirma für das Geschäftsjahr 2024 einen Gewinnrückgang um 10 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken eingestehen.

Alte Stärken ausser Reichweite

Dann ging es im Jahr 2025 beim Reingewinn um fast 20 Prozent auf nur noch 1,27 Milliarden Franken nach unten.

Und nun sieht auch das erste Quartal 2026 bei Swisscom nicht viel rosiger aus.

Der Quartalsgewinn brach erneut um fast 10 Prozent auf noch 332 Millionen Franken ein, wie der Telekomkonzern in Mehrheitsbesitz des Bundes am heutigen Donnerstag bekanntgab.

Rechnet man dies mal vier Quartale, käme der Staatsbetrieb auf ein Jahresergebnis für 2026 von gerade einmal 1,3 Milliarden Franken.

Reingewinne, wie im Jahr 2021, von über 1,8 Milliarden Franken scheinen da völlig ausser Reichweite.

Umsatz sinkt markant

Der Hauptgrund für all diese Entwicklung ist die schuldenfinanzierte Milliardenübernahme von Vodafone Italia, wie muula.ch berichtete.

Dort sollen Synergien mit dem einstigen Swisscom-Milliardengrab Fastweb entstehen. Doch auch im südlichen Nachbarland geht es derzeit quasi nur in eine Richtung.

Der Umsatz sank in Italien innerhalb von nur drei Monaten um 4,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. In Schweizerfranken sinkt dies noch mehr.

Gemächliches Voranschreiten

Die Integration und die Realisierung von Synergien verliefen aber nach Plan, erklärte das von CEO Christoph Aeschlimann geführte Unternehmen.

Die rechtliche Fusion in Italien sei allerdings erst zum 1. Januar 2026 erfolgt, wie es weiter hiess.

Der Merger von Vodafone Italia mit Swisscom wurde aber wohlgemerkt bereits zum Jahresende 2024 vollzogen.

Der Merger schreitet also eher gemächlich voran.

Schweizer KMU müssen leiden

In der Schweiz sanken die Erlöse im ersten Quartal ebenfalls und gingen um 1,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken zurück.

Der Telekomriese versucht, dieser Erosion entgegenzuwirken – die Schweizer Kundschaft erhält derzeit quasi eine Preiserhöhung nach der anderen, wie muula.ch berichtete.

KMUs müssen beispielsweise ab 1. Juli teils bis zu 300 Prozent mehr bezahlen, damit bei Swisscom wieder mehr Geld in der Kasse klingelt.

Rechtsstreit in Italien

In Italien entsteht derzeit am Markt ein staatliches Telekommonopol, weil es der italienische Staat so will.

Swisscom beabsichtigt, mit dem neuen Riesen zusammenzuarbeiten, und ein Kartell zu bilden, wie muula.ch berichtete.

Hinzu kommt ein Rechtsstreit um ein Sale-and-lease-back-Geschäft in Italien, um langfristig Kosten zu sparen.

Swisscom-Kennzahlenübersicht
Swisscom büsst binnen weniger Jahre über 30 Prozent an Gewinn ein. (Screenshot: muula.ch)

Ohne die Übernahme in Italien hätte die Schweiz all solche Probleme nicht an der Backe.

Staat straft Medium

Swisscom erzielte 2025 wohlgemerkt einen Gewinn von 24,54 Franken je Aktie und hob allerdings die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr von 22 auf 26 Franken je Aktie an.

Mit der höheren Ausschüttung als dem Jahresgewinn sinken jedoch die Reserven.

Ohnehin verschlechterte sich die Nettoverschuldung der Swisscom von 7 Milliarden Franken vor der Vodafone-Italia-Akquisition auf mittlerweile 16,2 Milliarden Franken per Ende erstes Quartal 2026.

Doch wer solche Aspekte kritisch anspricht, bekommt den Staatskonzern richtig zu spüren: Swisscom strich muula.ch nunmehr vom Presseverteiler.

Fehlentwicklungen im Inland

Die einzige Daseinsberechtigung für den Konzern ist es allerdings, dem Schweizer Volk gute, kostengünstige Telekommunikationsdienstleistungen zu liefern.

Doch nicht einmal der Presseverteiler des Bundes, den Swisscom seit einigen Monaten administriert, funktioniert fehlerfrei.

Die Zeiten, als in der Schweiz die Notrufe regelmässig ausfielen, sind auch noch nicht so lange her.

Wenn jemand solche Fehlentwicklungen allerdings thematisiert, fährt der Staatsbetrieb seine starke Hand auf.

Konkurrenten eilen davon

Die 11 Vergleichsunternehmen, welche der Bund für Swisscom heranzieht, um die Entwicklungen zu beurteilen, machten allein im vergangenen Jahr doppelt so viel Gesamtrendite als Swisscom.

Auch das verdeutlicht die aktuelle Negativspirale.

07.05.2026/kut.

Swisscom in der Negativspirale

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert