Schweizer Wirtschaft gedeiht

Verschiedene Smileys
Unter vielen traurigen Gesichtern sticht ein Schweizer Lächeln hervor. (Bild: pixabay)

Horrormeldungen zur Wirtschaftslage überschlagen sich. Die Realität sieht dagegen ganz anders aus, wie viele Schweizer Kennzahlen verdeutlichen.

Geht es der Schweizer Volkswirtschaft gut oder schlecht?

Wenn man die Medien verfolgt, könnte man geneigt sein, Letzteres auf die Frage zu antworten.

Arbeitslosenquote sinkt

In Tat und Wahrheit läuft es – bis auf wenige Ausnahmen – in der Schweiz relativ gut.

Weder Energiepreisexplosionen noch das Wegbrechen von Aufträgen sind in der Realität verbreitet, denn sonst würden die Unternehmen ganz anders agieren, als verschiedene Wirtschaftsindikatoren zeigen.

KOF-Konjunkturaussichten
Die Schweiz ist von einer Wirtschaftskrise laut der ETH Zürich meilenweit entfernt. (Screenshot: muula.ch)

So verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im April 2026 in der Schweiz gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent auf 142.902, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am heutigen Donnerstag bekanntgab.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent. Selbst saisonal bereinigt verharrte die Arbeitslosigkeit auf konstantem Niveau.

Würde ein wirtschaftlicher Tsunami auf das Land zustürmen, würden Firmenchefs an den Personalkosten flächendeckend feilen.

18,5 Prozent mehr offene Stellen

Auch die Zahl der Stellensuchenden ging zurück, wie das Seco zudem festhielt. Im April 2026 seien mit 230.609 Stellensuchenden rund 1,8 Prozent weniger registriert gewesen, hiess es weiter im Communiqué.

Selbst die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV gemeldeten offenen Stellen blieb im April mit rund 50.000 konstant.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden sogar rund 18,5 Prozent mehr offene Stellen gezählt.

Strukturelle Arbeitslosigkeit als Hürde

Es ist also alles nicht so dramatisch, wie man oft meinen könnte, selbst wenn die Arbeitslosenzahlen derzeit etwas höher liegen, als es die Schweiz normalerweise gewöhnt ist.

In den Detailstatistiken fallen viele arbeitslose Rumänen, Bulgaren und Afrikaner auf, wie muula.ch bereits berichtete.

Dies könnte auf strukturelle Arbeitslosigkeit hindeuten, bei der Bewerber nicht zu den gesuchten Profilen der Arbeitgeber passen.

Gerade bei Ausländern wäre dies problematisch. Diesbezüglich muss die Schweiz also schon aufpassen.

Positive Überraschung

Ein weiterer Indikator, dass die Volkswirtschaft gedeiht, sind Konjunkturumfragen.

Der KOF-Geschäftslageindikator für die Schweizer Privatwirtschaft mache im April seinen Rückgang aus dem Vormonat mehr als wett und stieg über sein Niveau von Jahresbeginn 2026.

Dies hatte das KOF-Institut an der ETH Zürich am Mittwoch mitgeteilt und für eine positive Überraschung gesorgt.

Gastgewerbe leidet

Im Verarbeitenden Gewerbe habe sich der Geschäftslageindikator vollständig von dem Rückgang im März erholt, hiess es weiter.

Noch deutlicher sei der Geschäftslageindikator im Projektierungsbereich gestiegen, berechneten die Konjunkturexperten. Eine deutliche Abkühlung verzeichnete einzig das Schweizer Gastgewerbe.

Doch das ist kein Wunder, denn Menschen können Restaurantbesuche relativ einfach streichen – wenn sie den Eindruck gewinnen, dass auf sie viele Hiobsbotschaften über eine Verschlechterung der Wirtschaftslage hereinbrechen.

Und Hotels waren von weniger Besuchern aufgrund der Lage in Nahost stark beeinträchtigt.

Steigende Gewinne

Die Schweizer Unternehmen trotzen einigermassen den momentan widrigen internationalen Umständen, hiess es weiter von der ETH Zürich.

Die Ertragslageentwicklung sei in der Privatwirtschaft sogar stabil oder entspanne sich leicht, wie im Grosshandel oder im Verarbeitenden Gewerbe.

Eine Wirtschaftskrise würde sich anders bemerkbar machen – doch irgendwann werden es wohl auch die meisten Medien merken.

07.05.2026/kut.

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