Sika-Konzern im Tal der Tränen

Logo von Sika an einem Gebäude
Zwei Regionen ziehen Sika nach unten. (Bild: PD)

Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika leidet. Sowohl die Bauwirtschaft als auch die Industrieflaute ziehen den erfolgsverwöhnten Konzern nach unten.

Journalisten wissen sofort, dass etwas schlecht gelaufen ist, wenn in Titeln von Medienmitteilungen nur die Bekanntgabe eines Ereignisses vermeldet wird.

Dann ist selbst der Kommunikationsabteilung nichts Positives in den Sinn gekommen, was sie in der Überschrift des Communiqués hätten herausstreichen können.

Flaues organisches Wachstum

«Sika meldet Umsatz von 2,49 Milliarden Franken im ersten Quartal», gab der Bauchemie- und Klebstoffhersteller am heutigen Dienstag bekannt.

Da schrillen in den Redaktionen alle Alarmglocken.

In Tat und Wahrheit sanken bei dem erfolgsverwöhnten Konzern die Erlöse im ersten Quartal 2026 um 7 Prozent auf beschriebene 2,49 Milliarden Franken.

Das organische Wachstum belief sich im ersten Quartal sogar nur auf -0,2 Prozent, wobei Akquisitionen sogar noch 1,1 Prozent positiv beigesteuert haben, so das Unternehmen aus Baar ZG.

Zweistellige Zuwächse passé

Der Fremdwährungseffekt von -7,9 Prozent beziehungsweise 213 Millionen Franken sei vor allem auf den starken Schweizer Franken gegenüber asiatischen Währungen und dem Dollar zurückzuführen, relativierte Sika die Negativentwicklungen.

Wie muula.ch berichtete, ging der Umsatz im vergangenen Jahr bereits um fast 5 Prozent zurück.

Doch das Wachstum in Lokalwährungen betrug 2025 nur 0,6 Prozent. In der Vergangenheit war dies sogar zweistellig gewesen.

Nun lag der Wert bei 0,9 Prozent.

Baubranche zieht nach unten

In der Region Americas ging der Umsatz in Lokalwährungen allerdings um -0,8 Prozent zurück.

In den USA belasteten starke Winterstürme und wirtschaftliche Unsicherheiten die Bauaktivität, erklärte das von CEO Thomas Hasler geführte Unternehmen.

Sika Umsatzentwicklung Q1 2026
Nur die Sika-Region EMEA wächst in Lokalwährungen. (Screenshot: muula.ch)

In der Region Asien/Pazifik sank der Umsatz in den ersten drei Monaten in Lokalwährungen sogar um -2,2 Prozent.

Die Entwicklung dieser Region sei weiterhin durch den zweistelligen Umsatzrückgang im chinesischen Baugeschäft belastet, hiess es diesbezüglich erneut.

Lediglich die Region EMEA (Europa, Middle East, Afrika) legte in Lokalwährungen zu.

Doch der US-israelische Angriffskrieg auf Iran dürfte die Geschäfte dieser Region künftig belasten, weil die Sika-Spezialzusätze für das Bauen in Dubai, Doha, Abu Dhabi, Riad & Co. häufig eingesetzt werden.

Aufschwung nicht in Sicht

Damit die Umsatzeinbrüche die Gewinne langfristig nicht allzu stark belasten, feilt Sika an der Effizienz.

So seien in China strukturelle Anpassungen umgesetzt sowie effizienzsteigernde Massnahmen in anderen Märkten eingeleitet worden, erklärte Sika zur Situation.

Das verdeutlicht aber auch, dass das Management nicht mit einer deutlichen Besserung auf absehbare Zeit rechnet.

Hoffnung in zweiter Jahreshälfte

Für 2026 geht Sika unverändert von einem Umsatzwachstum von 1 bis 4 Prozent in Lokalwährungen aus.

Während die erste Jahreshälfte für die Bauindustrie schwächer ausfallen werde, erwarte das Unternehmen im weiteren Jahresverlauf eine schrittweise Verbesserung der Dynamik.

All dies müsste sich dann mit der Zeit in anderen Titeln der Medienmitteilungen niederschlagen.

14.04.2026/kut.

Sika-Konzern im Tal der Tränen

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