Schweizer Börse SIX macht UBS wieder Freude

Logo der SIX an einem Gebäude in Zürich
Die Schweizer Börse vervielfacht ihren Semestergewinn. (Bild: PD)

Die Zeiten, als die Grossbank UBS unter den Milliardenverlusten der Schweizer Börse SIX litt, sind vorbei. Doch eine Aktivität bereitet noch Kopfschmerzen.

Die Geschäfte der Schweizer Börse SIX florieren wieder.

Investoren handelten an den Kapitalmärkten rege und die Marktbedingungen seien günstig, teilte der Anbieter von Finanzinfrastruktur am heutigen Donnerstag zu seinen Semesterresultaten mit.

Fast Milliarde an Erträgen

Die SIX Group hat sich in der Vergangenheit eine Position als führende Dienstleisterin auf dem Schweizer Heimatmarkt sowie über Akquisitionen in Europa aufgebaut.

Dies führt nun dazu, dass alle Geschäftseinheiten der SIX vom Handel über das Anbieten von Daten bis hin zu Sicherheitsdienstleistungen gedeihen.

Die Erträge legten im ersten Halbjahr um 8,5 Prozent auf fast 900 Millionen Franken zu.

Unter konstanten Wechselkursen hätte das Plus sogar 10 Prozent betragen, rechnete die SIX im Semesterabschluss sogar vor.

Worldline-Belastung verarbeitet

Der Konzerngewinn stieg auf 191,7 Millionen Franken, was einer Vervielfachung des Vorjahresresultates von 42,2 Millionen Franken bedeutet, als hohe Abschreibungen angefallen waren.

GuV der SIX Group im ersten Semester 2026
Die SIX Group macht einen Gewinnsprung. (Screenshot: muula.ch)

All dies dürfte die Grossbank UBS sehr freuen, welche nach der Notfusion mit der Credit Suisse (CS) rund 35 Prozent an der Schweizer Börse SIX hält.

Als Abschreibungen auf die Beteiligung des französischen Zahlungsdienstleisters Worldline und auf die spanische Börse BME in Madrid fällig waren, musste die UBS dies auch ertragen.

Inzwischen ist quasi wieder Erntefest.

Marktweite Lösung suchen

Wo mittlerweile wieder so viel Sonne scheint, gibt es aber auch Schatten.

Ein Punkt ist ein Geschäft, welches die Schweizer Banken am liebsten gestern statt morgen loswerden wollen, weil es praktisch nur Kosten verursacht.

Die Rede ist vom Betreiben der Geldautomaten beziehungsweise der Postomaten.

Weil die Menschen vermehrt mit Karten oder dem Smartphone zahlen, geht das Abheben von Bargeld zurück. Doch das Auffüllen der Geldautomaten sowie die Wartung sind teuer.

Ankeraktionäre stärker belastet

Über ein «ATM-Pooling» bei der SIX könnten alle Schweizer Banken das Problem elegant loswerden, schliesslich sind sie die Eigentümer von SIX und gleichzeitig Kunden.

Doch die Grossbank UBS würde mit ihrem 35-Prozent-Besitz an der SIX einen Grossteil dieser Kosten schultern.

Es braucht daher ein Modell, dass alle gleichermassen das Geldautomaten-Netz schultern.

Wie dramatisch die Lage dabei schon ist, zeigt eine Kennzahl der SIX. Die Einnahmen aus Geldautomaten sanken innerhalb von nur 6 Monaten um 8 Prozent auf 12,3 Millionen Franken.

Weitere Gewinnsteigerungen

Alles in allem kann die Schweizer Börse SIX zufrieden auf das erste Halbjahr blicken.

Für den Rest des Jahres blickt das Management noch höheren Erträgen und Gewinnen entgegen. Dabei soll sich ein Effizienzprogramm auszahlen.

Obendrein gilt aber auch, ein Augenmerk auf das «Pooling» der Aktivitäten um Geldautomaten zu legen.

23.07.2026/kut.

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