Schweiz kann von Ems-Chemie viel lernen

Magdalena Martullo-Blocher an der BMK in Dielsdorf ZH mit Mitarbeitern
Ems-Chemie-Chefin Martullo-Blocher an der Medienkonferenz. (Bild: PD)

Die Ems-Chemie schwingt sich zu neuen Höhen auf. Weltkrisen, der starke Franken und selbst die Flaute in der Autobranche prallen mit cleveren Ideen ab.

Die von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher geführte Ems-Chemie hat sich zu einem Schweizer Vorzeigeunternehmen entwickelt.

Neue Rekord-Marge

Trotz herausforderndem geopolitischen Umfeld schwang sich der auf Hochleistungspolymere ausgerichtete Konzern im ersten Halbjahr 2026 zu neuen Höhen auf.

Zwar sank der Umsatz um 0,8 Prozent auf knapp über einer Milliarde Franken. In Lokalwährungen seien die Erlöse aber um 4,5 Prozent gewachsen, teilte die Ems-Chemie am Freitag mit.

Der operative Gewinn auf Stufe Ebit stieg dagegen um 4,7 Prozent auf 310 Millionen Franken und damit verbesserte das Unternehmen im ersten Semester die schon hohe Betriebsgewinnmarge um weitere 1,5 Prozentpunkte auf einen neuen Rekordwert von 30,6 Prozent.

Neugeschäfte in allen Regionen

Die bereits hohe Ertragskraft konnte weiter ausgebaut werden, frohlockte Martullo-Blocher an einer Medienkonferenz in Dielsdorf ZH.

Dank der konsequenten Wachstumsstrategie mit hochmargigen Spezialitäten und Innovationen erzielte die Ems-Gruppe äusserst positive Resultate, hiess es weiter.

Das Wachstum kam dabei hauptsächlich durch Neugeschäfte in allen Regionen zustande, die höhere Margen aufwiesen, erklärte die Konzernchefin. Die Ems-Chemie hilft ihren Kunden über den Einsatz von Kunststoffen, Kosten zu reduzieren.

Das kommt selbst in der strauchelnden Automobilindustrie gut an, wo das Unternehmen rund 61 Prozent seiner Erlöse erzielt.

Kostensteigerungen weiterreichen

«Gerade im aktuell herausfordernden Marktumfeld werden kostensparende Metallersatz-Entwicklungen und energieeffiziente Anwendungen besonders intensiv nachgefragt», machte Martullo-Blocher das Erfolgsgeheimnis klar.

Dies liess sich Ems gut bezahlen und stellte Kunden selbst die steigende Teuerung, etwa bei Energie und Rohstoffen, über höhere Verkaufspreise in Rechnung.

EMS-BMK in Dielsdorf mit Präsentation der Firmenchefin Martullo-Blocher
Martullo-Blocher erklärt Journalisten die Weltlage. (Bild: muula.ch)

Ems habe obendrein frühzeitig auf mögliche Handelsbarrieren reagiert und die eigenen Lieferketten entsprechend strukturiert. In den USA verkaufte Produkte würden fast ausschliesslich auch in den USA produziert und damit belasteten beispielsweise die US-Importzölle kaum.

In der teuren Schweiz fallen ohnehin nur rund 7 Prozent der Konzernkosten an, erklärte die Firmenchefin.

Am Kundennutzen finanziell teilhaben

Selbst auf den Trend um Künstliche Intelligenz KI mit dem weltweiten Bauboom an Rechenzentren springt Martullo-Blocher auf und hilft den Betreibern, die Kühlung der Server durch den Einsatz von Ems-Kunststoffen günstiger zu machen.

Es gehe immer darum, neue energie-, kosten- und gewichtssparende Lösungen für die Kunden zu finden und am erzielten Kundennutzen finanziell zu partizipieren, so die Vorgehensweise.

Dabei scheut Ems auch nicht, wenig profitables Neugeschäft einfach nicht weiterzuverfolgen, wie es die Firma bei manchen Autoherstellern in China mittlerweile praktiziere.

Bei den Investoren kam all dies gut an. Die Ems-Chemie-Titel legten am Freitag über 4 Prozent zu.

Austauschbare Massenware vermeiden

Für viele Schweizer Firmen, die praktisch nur über die Situation mit dem starken Schweizerfranken sowie die geopolitischen Unsicherheiten jammern, ist Ems daher eine Ausnahmeerscheinung.

Wer sich als «mainstream commodity» aufstelle, sei schnell draussen, hiess es zur Situation. Ems positioniert sich da als unverzichtbarer Helfer seiner Kundschaft.

«Die Chancen sind da. Packen wir sie», sagte Martullo-Blocher vor den Medien in gewohnt kämpferischer Manier.

Poster nötig

Hohe Gewinnmargen seien dabei eine Voraussetzung für Schweizer Unternehmen.

Wer diesbezüglich keine grossen Polster habe, den brächten der starke Schweizerfranken und die Geopolitik rasch in Bedrängnis, so Martullo-Blocher auf eine Frage von muula.ch, wie sich Schweizer Firmen in der aktuellen Situation am besten aufstellen sollten.

Die Ems zeigt dabei, dass es und wie es geht.

11.07.2026/kut.

Schweiz kann von Ems-Chemie viel lernen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert