Kreuzfahrer bringt Hantavirus in die Schweiz

Ein Virus auf dem Erdball
Das Hantavirus verbreitet sich derzeit auf der Welt aus. (Symbolbild: pixabay)

Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» sind Todesfälle durch das Hantavirus aufgetreten. Nun schleppt ein Reiseteilnehmer das Virus in die Schweiz.


In der Schweiz wurde eine Person positiv auf das Hantavirus getestet.

Der Mann sei Ende April zusammen mit seiner Ehefrau von einer Reise in Südamerika zurückgekehrt, teilte das Bundesamt für Gesundheit BAG am heutigen Mittwoch mit.

Genf bestätigt Infektion

Der Mann habe sich nach telefonischer Absprache mit seiner Hausärztin zur Abklärung ins Unispital Zürich USZ begeben, nachdem er Krankheitssymptome bei sich festgestellt habe.

Ein Test, der im Referenzlabor des Universitätsspitals Genf (HUG) durchgeführt wurde, bestätigte die Erkrankung. 

Es handelt sich bei dem Mann um eine Person, welche in die Schweiz zurückgekehrt ist, und zuvor Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff war, auf dem es zu mehreren Hantavirus-Fällen gekommen ist.

Internationale Koordination

Das Hantavirus ist in der Schweiz äusserst selten und das USZ sei aber auf solche Fälle mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen spezialisiert.

Zwar kann eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht ausgeschlossen werden, dennoch halte die Behörde das Risiko für die Bevölkerung in der Schweiz als gering.

Das BAG sei in engem Austausch mit mit dem Kanton Zürich, dem Universitätsspitälern Zürich und Genf sowie der Weltgesundheitsorganisation WHO und stimme sich laufend mit ihnen ab.

Weitere Abklärungen nötig

Mit auf der Reise von Südamerika war die Ehefrau des Patienten.

Sie zeige allerdings bisher keine Symptome und habe sich dennoch sicherheitshalber in Selbstisolation begeben, hiess es im Communiqué.

Die kantonalen Behörden klärten zudem ab, ob der Patient während der Krankheitsphase noch Kontakt zu weiteren Personen hatte.

Wie der Infizierte in die Schweiz gelangt ist und mit welchen Personen allenfalls enger Kontakt bestanden hat, müssen die Schweizer Behörden also noch ermitteln. Das sogenannte Kontakt-Tracing ist der Welt noch aus der Zeit der Coronavirus-Pandemie wohl bestens bekannt.

Die ganze Behandlung der Hantavirus-Patienten dürfte der obligatorischen Grundversicherung und damit allen Schweizern letztlich teuer zu stehen kommen.

Vor Kap Verde auf dem Meer

Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» waren medizinische Evakuierungen vorgenommen worden, nachdem drei Todesfälle unter den 149 Passagieren wegen des Hantavirus aufgetreten waren.

Spanien hatte am Mittwoch festgelegt, dass das Universitätsklinikum «La Candelaria» Teneriffa als zentraler Behandlungsort für das betroffene Schiff gilt.

Derzeit liegt die «MV Hondius» des Reiseveranstalters Oceanwide Expeditions vor den Kapverdischen Inseln vor Anker.

Fluggäste gesucht

Auf der Reise von Argentinien war erst ein Niederländer an Bord, eine nach Südafrika ausgeflogene Niederländerin sowie ein Deutscher an Bord verstorben.

Die Behörden suchen derzeit Fluggäste, welche auf dem Flug 4Z132 der Airline Airlink von St. Helena nach Johannesburg geflogen sind, mit dem auch die erkrankte Frau transportiert worden war.

Ein Brite, der ebenfalls nach Südafrika worden war, wird laut Medienberichten derzeit in Johannesburg auf der Intensivstation einer Klinik behandelt.

Der Schiffsarzt der «MV Hondius», ein Spanier, sei ebenfalls schwer erkrankt und befinde sich in kritischem Zustand. Er soll von Bord ausgeflogen werden.

06.05.2026/kut.

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