Francioni scheidet als Präsident von Swiss aus

Reto Francioni vor einem Flugzeug der Swiss
Reto Francioni will nicht mehr bei Swiss aktiv sein. (Bild: PD)

Im Verwaltungsrat der Fluggesellschaft Swiss kommt es zu einem Wechsel. Reto Francioni übergibt das Präsidentenamt an einen Tausendsassa der Lufthansa.

Nach zehn Jahren stellt sich der Verwaltungsratspräsident (VRP) der Swiss, Reto Francioni, nicht mehr zur Wiederwahl.

Dies teilte die Premiumfluggesellschaft am heutigen Mittwoch mit.

Ausscheiden im Sommer

Der seit 2016 amtierende VRP habe das Unternehmen darüber informiert, dass er keine erneute Berufung in den Verwaltungsrat mehr anstrebe, hiess es weiter.

Die zurückliegenden zehn Jahre seien eine intensive Zeit gewesen, insbesondere während der schwierigen Jahre der Coronavirus-Pandemie, liess sich Francioni zitieren.

Sein Mandat ende mit Ablauf der Generalversammlung im Sommer 2026, so die Tochterfirma der deutschen Lufthansa-Gruppe.

In Konzernzentrale gewechselt

Die Nachfolge in der Führung des Verwaltungsrates wird kein Unbekannter übernehmen.

Die Lufthansa nominierte den einstigen CEO der Swiss und seit Juli 2024 amtierenden Vizepräsidenten des Verwaltungsrates, Dieter Vranckx, für die Position bei der Schweizer Tochtergesellschaft.

Der Manager mit Jahrgang 1973 sitzt in der Geschäftsleitung der Lufthansa AG und verantwortet die Bereiche Globale Märkte und kommerzielle Steuerung Hubs sowie Customer Experience und Konzernmarkenführung.

Über 20 Jahre im Unternehmen

Der Schweizerisch-belgische Doppelbürger war für die Swiss von 2021 bis Mitte 2024 verantwortlich.

Zuvor war der Tausendsassa von 2018 bis 2021 der Finanzchef und CEO der Brussels Airlines, die ebenfalls zur Lufthansa-Gruppe zählt.

Insgesamt hat Vranckx eine über 20-jährige Karriere bei der Lufthansa hinter sich.

Ersatz für Monika Ribar

Der Ex-CEO der Swiss löst also den 1955 geborenen Francioni auf dem Präsidium der grössten Schweizer Fluggesellschaft ab.

Ihn hatte einst Carsten Spohr vorgeschlagen, der immer noch Konzernchef der Lufthansa-Gruppe ist.

Francioni hatte Monica Ribar, die aktuelle Verwaltungsratspräsidentin von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB, bei Swiss ersetzt und hatte die Nachfolge von VRP Bruno Gehrig angetreten.

Von Credit Suisse bis Uni Basel

Francioni war von 2005 bis 2015 CEO der Deutsche Börse in Frankfurt. Seit 2006 ist er Professor für angewandte Finanzmarktforschung an der Universität Basel.

Zuvor hatte der bekannte Manager verschiedene Leitungsfunktionen inne, unter anderem als Präsident der Schweizer Börse SIX, Co-CEO des deutschen Finanzdienstleisters Consors sowie im Direktorium von Hoffmann La-Roche in Basel.

Für die einstige Credit Suisse war der Jurist Francioni unter anderem in New York tätig gewesen und hatte seine Laufbahn aber bei der UBS in Zürich begonnen.

Francioni ist laut Swiss noch Verwaltungsratspräsident bei der UBS Europe SE sowie Mitglied und Senior Independent Director bei Coca-Cola Hellenic Bottling Company.

Überraschende Gewinnsteigerung

Am heutigen Mittwoch gab Swiss noch gute Geschäftsresultate für das 1. Quartal 2026 bekannt.

Der operative Gewinn der Lufthansa-Tochter erhöhte sich auf 30 Millionen Franken, nach nur 3,3 Millionen im Vorjahresquartal.

Auf einzelnen Strecken habe der US-israelische Angriff auf Iran zu mehr Nachfrage geführt, hiess es zur Begründung der positiven Entwicklung.

Der Quartalsumsatz stieg trotz eines geringeren Flugangebots um rund 0,3 Prozent auf 1,22 Milliarden Franken, so die Swiss.

06.05.2026/kut.

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