
Die Jungfraubahn-Gruppe erleidet einen deutlichen Gewinneinbruch. Doch fehlenden Gästen aus Asien stemmt sich ein anderer Effekt entgegen.
Der US-israelische Angriffskrieg auf Iran hat die Attraktionen der Jungfraubahn-Gruppe auf dem falschen Fuss erwischt.
Im ersten Halbjahr 2026 sank der Betriebsertrag um 8,6 Prozent auf 137,0 Millionen Franken, wie das Tourismusunternehmen am heutigen Freitag bekanntgab.
Kosten blieben relativ fix
Der Halbjahresgewinn brach sogar um rund 22 Prozent auf 29 Millionen Franken ein.
Die Umsätze brachen um rund 13 Millionen Franken ein, aber die Kosten gingen aber nur um rund 4 Millionen Franken zurück.
Preissensibilität steigt
Die Jungfraubahnen machten unter der Leitung von CEO Oliver Hammel die anhaltenden kriegerischen Handlungen im Nahen Osten für die Entwicklungen verantwortlich.
Diese würden das Reisen verteuern und die Preissensibilität sowie Unsicherheit erhöhen, erklärte er.
Dennoch liege der Semestergewinn höher als in den erfolgreichen Vor-Covid-Jahren 2018 und 2019, relativierte Hammel die Lage.
Reisegruppen fehlen
Wie schwierig die Situation ist, wird an den Besucherzahlen klar.
Beim «Top of Europe» sank die Besucherfrequenz von Januar bis Juni um 17,6 Prozent auf nicht einmal mehr 400.000 Gäste. Es fehlten vor allem Gästegruppen aus Indien und Südostasien, hiess es.

Bei den Erlebnisbahnen war die Lage noch schlimmer.
Die Zahl der Besucher ging um über 20 Prozent auf 532.000 zurück.
Allerdings war hier die Verbindung Lauterbrunnen-Mürren ab dem 12. April bis zum 10. Juli aufgrund der Erneuerung der Luftseilbahn unterbrochen, was die Vergleichbarkeit der Zahlen einschränkt.
Individualgäste anlocken
Doch die Jungfraubahnen hatten Glück im Unglück und die Sommerhitze kam dem Unternehmen nach Abschluss des Halbjahres regelrecht entgegen.
Eine teilweise Kompensation der Gruppengäste gelang durch Individualgäste, die nicht zuletzt wegen der grossen Hitze im Flachland die angenehmeren Temperaturen in höheren Lagen genossen, erklärte die Jungfraubahn-Gruppe.
So verzeichneten die Erlebnisberge im Juli bis 23. August rund 494.300 Gäste, was einem Plus von rund 5 Prozent gegenüber der gleichen Periode des Rekordvorjahres entsprach.
Abhängigkeiten reduzieren
Die Jungfraubahn-Gruppe treibe die Diversifikation von Märkten weiter voran, hiess es zudem.
Damit könnte die Abhängigkeit von asiatischen Reisegruppen in Zukunft zusätzlich sinken.
28.08.2026/kut.



