
Die Teuerung legt im April wegen höherer Preise für Benzin, Diesel und Heizöl markant zu. Doch es gibt ein Phänomen mit umgekehrten Vorzeichen.
Die Schweiz hat ihre Phase von Angst um Deflation und Negativzinsen verlassen.
Danken darf sie quasi US-Präsident Donald Trump, der zusammen mit Israel die Islamische Republik Iran angegriffen hat.
Deutlicher Sprung
Zur Verteidigung blockieren die Iraner die Strasse von Hormus. Dies treibt auf der ganzen Welt die Inflation in die Höhe, wie aber erst mit einer gewissen Verzögerung in den Daten festgestellt wird.
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg im April 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Dienstag bekanntgab.

Der Anstieg innerhalb nur eines Monats sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf höhere Preise für Benzin, Diesel und Heizöl, hiess es weiter.
Ebenfalls gestiegen seien die Preise für den Luftverkehr und für Pauschalreisen ins Ausland.
Automiete und Carsharing sowie die Preise in der Hotellerie seien hingegen günstiger geworden, erklärten die Statistiker.
Heizölpreis schiesst durch Decke
Doch viel dramatischer als die Monatsentwicklung zeigt sich die Teuerung im Jahresvergleich.
Der LIK erhöhte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um +0,6 Prozent. Erdölprodukte wurden auf Jahressicht rund 17 Prozent teurer.
Die Preise von Energie und Treibstoffen erhöhten sich um 5,4 Prozent, wie aus den Detaildaten weiter hervorgeht.

Die Mieten, mit fast 20 Prozent ein grosser Einflussfaktor im Schweizer Warenkorb der Inflation, zogen um 1,4 Prozent gegenüber dem April 2025 an. Heizöl und Diesel waren 35,5 Prozent beziehungsweise 19,3 Prozent teurer.
Automiete und Carsharing wurden dagegen um 17,7 Prozent günstiger.
Teuerung vom Ausland
Doch neben all diesen Effekten tritt noch ein neues Phänomen auf.
Inlandgüter verbilligten sich im April gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Normalerweise war der LIK hier positiv.
Neu ist auch, dass Importgüter innerhalb nur eines Monats um 1,5 Prozent teurer wurden.
Damit ist klar, dass mittlerweile ein deutlicher Preisschub vom Ausland auf die Schweiz herüberschwappt.
Auf Jahressicht verteuerten sich Inlandgüter um 0,5 Prozent und Importgüter um 0,9 Prozent.
Im März 2026 waren die Preisveränderungen bei den Einfuhren mit -0,3 Prozent noch negativ gewesen; nun sind die positiv und treiben die Inflation.
Frankenaufwertung wahrscheinlich
Was kann die Schweiz in einer solchen Situation tun?
Nun, beim Inflationsschub nach der Coronavirus-Pandemie liess die Schweizerische Nationalbank SNB den Schweizerfranken aufwerten und hielt die Teuerung im Ausland vom Inland fern.
Auch diesmal ist eine solche Vorgehensweise nicht abwegig – wie eine Präsentation der SNB verdeutlicht, ist der Preisschub bei den Mineralölprodukten das Hauptproblem des Landes.
Ohnehin muss die Schweiz praktisch nur einen Preisschub fürchten, wie muula.ch unlängst auf Basis versteckter Daten des BFS berichtete.

Die Deflationsangst, verbunden mit möglichen Negativzinsen, verschwindet da dank US-Präsident Trump zwar.
Doch ein neues Problem kommt auf – Inflation steigt wie eine Rakete und fällt nur langsam wie eine Feder.
Helfen kann dabei nur ein starker Schweizerfranken – dieser belastet allerdings die hiesige Industrie.
05.05.2026/kut.





