
Die Graubündner Kantonalbank GKB hat eine gigantische Rechtsklage am Hals. Es geht um Deal-Maker Martin Ebner und Zukäufe der Staatsbank.
Die Graubündner Kantonalbank GKB hat den nächsten Skandal am Hals.
Erst waren es merkwürdige Geschäfte um den österreichischen Immobilienguru René Benko, die in der Öffentlichkeit für Stirnrunzeln sorgten.
Horrorbetrag gefordert
Dann beauftragte die Ostschweizer Staatsbank den eigenen Wirtschaftsprüfer EY mit der Aufarbeitung der Angelegenheit. Ungeschickter ging es auch da wohl kaum, weil hinter die Unabhängigkeit ein Fragezeichen gemacht werden kann.
Am heutigen Montag gab die GKB eine Klage mit einem Forderungsbetrag im dreistelligen Millionenbereich bekannt. Medien berichteten umgehend, es seien 500 Millionen Franken, die zur Debatte stehen.
Die Rechtsklage ist gegen ihre Tochtergesellschaft BZ Bank, gegen ehemalige und aktuelle Organe der BZ Bank sowie gegen die GKB selbst gerichtet.
Der Fall stehe im Zusammenhang mit einer Kundenbeziehung und einem von der BZ Bank verwalteten Anlageprodukt. Der Kläger, eine Privatperson, werfe den beklagten Parteien diesbezüglich Pflichtverletzungen vor, hiess es weiter.
Rückweisen der Forderungen
Die BZ Bank, die nur rund 10 Mitarbeiter hat, kommt ursprünglich vom Unternehmer Martin Ebner. Die GKB hatte erst 70 Prozent und dann noch den Rest übernommen. Insofern trifft die Klage hauptsächlich das Erbe von Ebner.
Die GKB und die BZ Bank erachteten die Vorwürfe als unbegründet und bestreiten die Forderungen, teilte das Ostschweizer Geldhaus weiter mit. Man werde sich in dem Schlichtungsverfahren beim Vermittleramt Höfe in Freienbach SZ entsprechend verteidigen.
Wenn sich das Geldhaus so sicher ist, hätte es die Sache aber wohl kaum öffentlich gemacht.
Vorteile ermöglicht?
Bei dem Streit soll es sich laut «Inside Paradeplatz» um den Verkauf der ehemaligen Georg-Fischer-Tochter Agie Charmilles an die United Grinding Group drehen.
Bei dem Deal sollen Aktionäre zur Nichtausübung ihrer Stimmrechte verleitet worden sein und hätten Ebner damit Vorteile ermöglicht. Insofern ist es durchaus eine «Hypothek» des Unternehmers.
Die in Chur beheimatete GKG gab aber keine Details preis.
Strategie eher kurzfristig
Für die Staatsbank ist das Risiko angesichts der Dimensionen enorm. Kommt die Klage durch, wäre die Staatsbank wohl ein Sanierungsfall.
Für den Fall, dass Prozesse bei der GKB, wie die Due Diligence beim Kauf der BZ Bank durchleuchtet werden, dürfte wohl kaum wieder der eigene Wirtschaftsprüfer EY eingesetzt werden.
Doch wie kurzfristig die Staatsbank teilweise denkt, ergab ein Deal um den Asset Manager Twelve Capital. Dort stieg die Bank mit langfristigem Horizont ein und nach kurzer Zeit wieder aus, wie muula.ch berichtete.
04.05.2026/kut.





