Fintech-Vorreiterin will nur noch strategisch arbeiten

Konzernchefin der Hypothekarbank Lenzburg Marianne Wildi
Marianne Wildi will bei der Hypothekarbank Lenzburg in den Verwaltungsrat. (Bild: PD)

Die Hypothekarbank Lenzburg hat eine neue Strategie beschlossen. Deren Überwachung liegt überraschend in den Händen ihrer langjährigen Konzernchefin Marianne Wildi.

In der Schweiz gibt es nur wenige Traditionsbanken, die auf dem Markt etwas Neues wagen.

Die Hypothekarbank Lenzburg (HBL) ist so ein Kreditinstitut, und es wurde unter der Führung der Konzernchefin Marianne Wildi, die auch den Bereich Informatik leitet, bei der Digitalisierung in die Neuzeit katapultiert.

Auslagern als Fintech

Am heutigen Donnerstag gab die HBL oder «Hypi», wie sie gerne genannt wird, aber bekannt, dass es eine strategische Transformation geben wird.

Der innovative Teil des Informatikbereiches, der etwa auch das stark wachsende Neobanken-Angebot Neon begleitet, wird in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. Verwaltungsratspräsidentin dieser wichtigen Tochtergesellschaft Finstar werde Wildi, wie es weiter hiess. Das «Banking-as-a-Service-Geschäft» werde unter einer eigenständigen Marke HBL Solutions neu positioniert, lautet die Erklärung.

Ob dies als Geschäftsteil einmal abgespalten werden soll, wurde nicht mitgeteilt.

Dies sei eine konsequente Weiterführung der Initiativen zur Schaffung einer agilen Finanzplattform, sagte Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart aber zu dem Schritt. Es ergebe sich dadurch zudem grösserer Handlungsspielraum, hiess es verklausuliert.

Aufstieg zur Präsidentin

Die Topmanagerin in der Schweizer Bankenlandschaft mit Jahrgang 1965 wird aber nicht nur Verwaltungsratspräsidentin dieser neuen Tochtergesesllschaft, sondern auch ihre Tätigkeit als Konzernchefin bei der HBL aufgeben.

Der Wechsel erfolge zur Generalversammlung 2024, wo Wildi in den Verwaltungsrat einziehen solle.

Es sei sogar geplant, Wildi nach Ablauf einer aufsichtsrechtlich bedingten Übergangsfrist der Generalversammlung als Präsidentin des Verwaltungsrates der Hypothekarbank Lenzburg vorzuschlagen. Damit will die Bank gewährleisten, dass der eingeleitete Transformationsprozess der Bank auch längerfristig konsequent weiterverfolgt werden kann.

Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für die CEO-Position sei eingeleitet, führte die HBL weiter aus. Der Bereich Informatik im Stammhaus werde neu von Daniel Monras als Wildis Nachfolger geleitet.

Viel zu agil

Beobachter erklären, dass sie sich die stets freundliche und kompetente Wildi noch nicht in so einer strategischen Rolle vorstellen könnten.

Sie sei immer operativ sehr engagiert, wolle selbst Details bei technischen Lösungen genau wissen und sei für so eine Denkaufgabe, wie das Verwaltungsratspräsidium einer Bank, noch viel zu jung und agil, hiess es zur Einschätzung der überraschenden Personalie.

Vielleicht können dann aber auch andere Geldinstitute bald von ihrer Expertise profitieren.

24.08.2023/kut.

Fintech-Vorreiterin will nur noch strategisch arbeiten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert