
Die Agrargenossenschaft Fenaco erlitt 2025 erneut Umsatz- und Gewinnrückgänge. Es zeigt sich, dass Kartelle auch Anreize für Abweichler bieten.
Die Schweizer Agrargenossenschaft Fenaco geht immer weiter in die Knie.
Jahresumsätze von über 8 Milliarden Franken und Gewinne von fast 130 Millionen Franken gehören längst der Vergangenheit an.
Deutlicher Rückwärtsgang
Im Jahr 2025 sanken die Erlöse um 1,1 Prozent auf nur noch 7,2 Milliarden Franken, wie Fenaco am heutigen Dienstag bekanntgab.
Der Gewinn brach aber sogar um fast 15 Prozent auf 82,9 Millionen Franken ein.
Im Jahr 2022 war das Unternehmensergebnis bereits um rund 60 Prozent auf bloss noch 52 Millionen Franken förmlich implodiert.

Die Agrargenossenschaft bietet Schweizer Bauern viele Möglichkeiten, ihren Einkauf sowie die Produktion effizienter zu machen, wenn sich die Landwirte der Fenaco anschliessen.
Auf der Verkaufsseite der Landwirtschaftsprodukte stellen sie oft ein Angebotsmonopol dar, welches dem Detailhandel um Migros, Coop, Denner, Aldi & Co. gegenübersteht.
Der Gewinn der Fenaco ist also, was der Zusammenschluss an Marktmacht hergibt.
Fast 20 Prozent weniger Mitglieder
Ohne die Fenaco würde der Wettbewerb diesen Gewinn weitestgehend wegkonkurrenzieren. Doch dies wäre weder im Sinne der Landwirte noch der Schweiz, denn Wettbewerb ist anstrengend und führt zu Verlierern sowie zu mehr Auslandeinfluss.
Doch das Netzwerk der Bauern wird immer brüchiger, weil es, wie bei allen Kartellen, immer Anreize gibt, auszuscheren.
Die Abwicklung des Einkaufs, der Produktion und des Verkaufs wird eigenständig attraktiver, wenn die Vorteile über die Kooperation schwinden.
Im Jahr 2021 gehörten noch 165 Mitgliedgenossenschaften zu Fenaco. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren es gerade einmal noch 133, was einen Rückgang von 20 Prozent binnen weniger Jahre darstellt.
Kosten laufen aus dem Ruder
Warum ging es nun im Jahr 2025 weiter nach unten?
Grund dafür seien in erster Linie tiefere Preise im internationalen Getreidehandel und im Geschäft mit fossilen Energien, hiess es im Geschäftsbericht 2025.
Hauptursache für den Gewinneinbruch sei ein tieferes Finanzergebnis, hiess es weiter.
Doch wer in die Jahresrechnung schaut, sieht, dass auch die Kosten teils völlig aus dem Ruder laufen.
«Wie schon in den Vorjahren konnten wir die hohen Kosten in den Bereichen Personal, Infrastruktur, Energie und Logistik nur teilweise in den Verkaufspreisen abbilden», erklärte die Fenaco zu den Entwicklungen.
Klar, Kooperationen brauchen Anreize, um die Teilnehmer bei Laune zu halten. Noch hat Fenaco hohe Reserven, um die Kooperationspartner zu motivieren, bei dem Zusammenschluss mitzumachen.
Herausforderndes 2026
Per Ende Jahr beschäftigte die Fenaco 11.613 Mitarbeiter. Im Jahr 2024 waren es noch 11.367 gewesen. Der Personalbestand legte also in nur einem Jahr um über 2 Prozent zu.
Bei sinkenden Umsätzen hob die Agrargenossenschaft sogar die Gesamtlohnsumme für das Jahr 2026 um 1,0 Prozent an.
Für 2026 erwarten der Zusammenschluss der Schweizer Landwirte ein herausforderndes Jahr. Die Kosten für Personal, Infrastruktur, Energie, Logistik und IT verharrten auf hohem Niveau, hiess es im Ausblick. Auf Seiten der Kosten zeichne sich keine Entspannung ab, die die Agrargenossenschaft.
Irgendwann wird der Nutzen für einzelne Bauern und Mitgliedgenossenschaften so gering, dass ein Ausscheren lohnenswert ist. Und dann ist ein Kartell auch ziemlich schnell Geschichte.
12.05.2026/kut.





