Baubranche sucht händeringend Personal

eine Baustelle mit Kranen
In der Schweiz gibt es praktisch überall Baustellen. (Bild: T. Doring / unsplash)

Der Schweizer Beschäftigung geht es weiterhin gut. Doch während einige Branchen boomen, läuft es mancherorts beim Stellenaufbau eher schleppend.

Der Beschäftigungsindikator des KOF-Instituts der ETH Zürich ist im vierten Quartal auf 2,0 Punkte leicht gesunken.

Im Vorquartal hatte das Barometer für die Stimmung am Schweizer Arbeitsmarkt noch bei 2,3 Punkten gelegen.

Solider Aufbau sichtbar

Damit liege der Indikator aber weiterhin über dem langjährigen Mittelwert von 1,7 Punkten, teilten die Zürcher Konjunkturforscher am Montag mit.

Seit dem Schlussquartal 2025 bewege sich das Beschäftigungsbarometer zwischen 1,5 und 2,3 Punkten und signalisiere ein Beschäftigungswachstum ungefähr ein Quartal voraus, so die Wissenschafter.

KOF-Beschäftigungsindikator
Firmen wollen mehrheitlich Stellen aufbauen. (Screenshot: muula.ch)

Die aktuelle Entwicklung deute also weiterhin auf einen soliden Aufbau am Schweizer Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten hin, hiess es weiter.

Per Saldo hielten mehr der 4500 befragten Unternehmen ihnen Personalbestand für zu klein als für zu gross.

Rückgang in der Gastronomie

Dabei laufen die Entwicklungen in den unterschiedlichen Branchen teils sehr konträr.

Im Baugewerbe rechne per saldo weiterhin eine klare Mehrheit der Unternehmen mit einem Stellenaufbau, erklärte das KOF-Institut.

Im Gastgewerbe und im Detailhandel würden dagegen Firmen überwiegen, die einen Stellenabbau erwarteten, hiess es zu den Details.

Verarbeitendes Gewerbe noch vorsichtig

Gegenläufig sei auch die Entwicklung im Grosshandel und im Verarbeitenden Gewerbe.

Ende 2025 lagen beide Branchenindikatoren noch klar im Minus, seither hätten sie sich spürbar entspannt.

Unter null liegen sie allerdings noch immer, im Grosshandel mit -1,0 Punkten nur noch knapp, doch im Verarbeitenden Gewerbe mit -3,4 Punkten etwas deutlicher.

Vielerorts Konjunkturaufschwünge

Alles in allem zeigt sich, dass das Gastgewerbe und der Detailhandel um Migros, Coop & Co. vorsichtiger mit Neueinstellungen werden.

Dabei dürfte hineinspielen, dass falsche Wirtschaftsnews den Konsumenten die Kauflaune langsam, aber sicher verderben.

In Wirklichkeit fasst die Konjunktur in vielen Volkswirtschaften tritt.

Vorziehen von Renovationen

In der Baubranche wirkt dagegen die Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB expansiv.

Die Schweizer Zentralbank lässt einen Immobilienboom zu, wie muula.ch zum gigantischen Wachstum der Hypothekarforderungen auf 1300 Milliarden Franken berichtete.

Hinzu kommt, dass viele Immobilienbesitzer noch rasch Renovierungen vornehmen wollen, bis mit den Änderungen beim Eigenmietwert nützliche Steuervorteile wegfallen.

Auch dies treibt die Nachfrage, wofür es Arbeitskräfte braucht.

02.11.2026/kut.

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