Frankenschwäche treibt Inflation

Geldscheine und Münzen von Schweizerfranken
Ein schwächerer Schweizerfranken erhöht die Teuerung. (Bild: M. Kammermann / unsplash)

In der Schweiz werden Güter immer teurer. Dabei belasten der schwächere Schweizerfranken und ein Pannenamt die Durchsicht auf die Wirkungen.

Die Inflation steigt und steigt auch in der Schweiz. Was bisher vielerorts lediglich als Phänomen im Ausland wahrgenommen wurde, hält auch hierzulande vermehrt Einzug.

Emporschnellen der Werte

So stieg der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) im September gegenüber dem Vorjahreswert um 0,2 Prozentpunkte auf mittlerweile 1,0 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am Donnerstag bekanntgab.

LIK laut BFS
Die Teuerung zieht in der Schweiz rasant an. (Screenshot: muula.ch)

Inlandgüter verteuerten sich demnach um 0,7 Prozent.

Die Importgüter legten dagegen innerhalb Jahresfrist sogar um 2,1 Prozent zu, wobei sich dabei eben auch der aktuell schwächere Franken negativ auswirkt und die Teuerung aus dem Ausland in die Schweiz überschwappt.

Detailwerte wären wichtig

Laut dem BFS wirken die Einfuhren zu rund 22 Prozent auf den Schweizer Warenkorb.

Zieht die Teuerung also im Ausland an, schlägt dies also nicht voll durch. Das BFS gibt im Communiqué aber nicht an, welche Teuerung aus dem Ausland besonders wirkt.

Das Pannenamt, wie das BFS wegen seiner ständigen Fehlleistungen gerne bezeichnet wird, macht damit seinem Namen alle Ehre, weil gerade jetzt der Einfluss für die Öffentlichkeit wichtig wäre.

Teurere Erdölprodukte

Die Wohnungsmieten, die hierzulande zu rund 20 Prozent die Inflation bestimmen, erhöhten sich jedenfalls innerhalb von 12 Monaten um 1,6 Prozent.

Erdölprodukte verteuerten sich gegenüber dem Vorjahreswert um 31,2 Prozent, was zeigt, wie stark der US-israelische Angriffskrieg auf Iran auf die Schweiz wirkt.

Energie und Treibstoffe legten um 11,7 Prozent zu, wobei die Aufschlüsselung nach Inland- und Auslandsanteil wichtig für die Dramatik der Situation wäre.

Ausgleichende Effekte

Gegenüber dem August hätten die Preise im September aber nicht angezogen, erklärte das BFS weiter.

Die Preisstabilität gegenüber dem Vormonat resultiere aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen hätten, hiess es. Gestiegen seien zwar die Preise für Heizöl, Benzin und Diesel.

Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland sowie für Automiete und Carsharing seien hingegen gesunken, ebenso wie die Preise in der Hotellerie und Parahotellerie, so die Statistiker.

Doch die Preise von Importgütern erhöhten sich binnen Monatsfrist um 0,5 Prozent.

Nullzinspolitik stört

Mit dem deutlichen Anziehen der Teuerung binnen nur zwei Monaten stellt sich die Frage, wie die Schweizerische Nationalbank SNB darauf reagieren wird.

Sie will das Schweizer Preisniveau innerhalb des Intervalls von 0 bis 2 Prozent halten – damit gewinnt der Frankenkurs mehr an Bedeutung, denn der schwächt sich immer mehr ab, weil die Zinsen im Ausland deutlich höher sind als in der Schweiz.

Lange kann die SNB dem Treiben wohl nicht mehr zusehen und muss die Nullzinspolitik hierzulande beenden.

01.10.2026/kut.

Frankenschwäche treibt Inflation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert