Backwarenkonzern Aryzta schrammt an Desaster vorbei

Brot von Aryzta
Der Aryzta-Konzern profitiert, weil Menschen auch in Krisen täglich Brot brauchen. (Bild: PD)

Der Hersteller von Backwaren Aryzta hat exzellente Resultate vorgelegt. Die grösste Gefahr für den Konzern wird nur noch einmal erwähnt.

Der Krieg in der Ukraine hatte den Hersteller von Backwaren Aryzta eiskalt erwischt.

Tiefgefrorene Waren und das Backen seiner Produkte brauchen eben einen Rohstoff – ohne den geht es nun mal nicht.

Lebensnotwendiger Faktor

Die Rede ist von Energie und mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hatte sich zumindest in Europa eine Krise bei diesem Rohstoff abgezeichnet. Ohne Energie, so lautete die Nachricht vom Backwarenkonzern Aryzta, sei das Geschäft am Ende.

Was sollten die Verantwortlichen auch mit den Tonnen an Tiefkühlwaren machen? Wie sollten sie das lebensnotwendige Brot beziehungsweise die Teigtaschen ohne Energie für die Öfen backen? Es geht eben nicht.

Gigantisches Wachstum

Nun, an diesem Desaster ist das Unternehmen vorbeigeschrammt. Glücklicherweise, muss man schon sagen.

In der Medienmitteilung vom heutigen Montag zum Jahresabschluss kommt das Wort «Energie» nur einmal vor.

Das starke organische Wachstum von 21,6 Prozent sei trotz der Herausforderungen bei Inflation und der Teuerung bei den Logistikketten sowie Energie erzielt worden, hiess es von Aryzta.

Starke Preiserhöhungen

Die Resultate könnten sich neben dem hohen Wachstum sehen lassen. Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben statt einer Million Euro, wie im Vorjahreszeitraum, diesmal 112 Millionen Euro an Gewinn.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital Roic legte um 3,5 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent zu.

Die Aufspaltung der Wachstumszahlen zeigt, dass der grösste Teil aus Preiserhöhungen resultierte.

Rund 18,2 Prozent des organischen Wachstums von 21,6 Prozent gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Preiserhöhungen zurück. Nur 3,5 Prozent waren auf Mengenausweitungen zurückzuführen.

Substitution sichtbar

Klar, Menschen brauchen Brot & Co., hatte das Unternehmen bereits zu früheren Resultaten erklärt.

Und wenn gespart werden müsste, dann nähmen die Leute eben günstigere Ware statt Produkte von der Premium-Serie. Aber Backwaren würden selbst in Krisenzeiten immer laufen, so der Tenor.

Doch das Wachstum dürfte so nicht weitergehen. Denn die Bremsspuren sind zum Ende des Aryzta-Geschäftsjahres sichtbar.

Die Mengenausweitung lag laut dem Communiqué bei Null, und der Produktemix steuerte bereits -1,5 Prozent zum Wachstum bei, was heisst, dass günstiger Waren nachgefragt werden.

Krise darf nicht kommen

Das Management um Interims-CEO und Verwaltungsratspräsident Urs Jordi gab sich zuversichtlich, auch in Zukunft die Finanzziele zu erreichen. So solle die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei mindestens 11 Prozent zu erliegen kommen.

Das gilt sicher nur, falls keine Energiekrise kommt. Denn wenn Generatoren & Co. notwendig würden oder massenhaft Tiefkühlware entsorgt werden müsste, sähe das Bild von Aryzta ganz anders aus.

Wie das Brot für die Menschen lebensnotwendig ist, ist für Aryzta eben die Energie lebensnotwendig.

02.10.2023/kut.

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