Arbeitslosenversicherung schwimmt im Geld

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Die Arbeitslosenversicherung hat einen Milliarden-Überschuss. (Bild: Cosmix / pixabay)

Die ultra-niedrige Arbeitslosenquote in der Schweiz zahlt sich aus. Doch das ist nicht der einzige Grund für einen Milliarden-Überschuss bei der ALV.

Die Schweizer Arbeitslosenkasse hat einen Milliardenüberschuss erzielt.

Der Einnahmenüberschuss liege nach einem Defizit von rund 200 Millionen Franken im Vorjahr nun für das Jahr 2022 bei rund 2,31 Milliarden Franken, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am heutigen Donnerstag mit.

Covid-Gelder ausgelaufen

Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung (ALV) erzielte 2022 einen Gesamtertrag von 9,64 Milliarden Franken (2021: 14,07) und Gesamtaufwendungen von 7,33 Milliarden Franken (2021: 14,26).

Der starke Rückgang bei den Werten lag an den Covid-Entschädigungen, die der Bund mit 4,8 Milliarden Franken quasi als Durchlaufposten für die ALV übernahm und die aber ausliefen.

Kaum Arbeitslose

Im Jahresdurchschnitt waren in der Schweiz mit den fast 9 Millionen Einwohnern nicht ganz 100.000 Arbeitslose bei der ALV registriert, was einer Quote von 2,2 Prozent entspricht.

Im Vorjahr 2021 waren es noch deutlich mehr gewesen. Die Zahl hatte bei fast 140.000 und einer Quote von 3,0 Prozent gelegen.

Rückgang um 15 Prozent

Wie das Seco gleichzeitig bekanntgab, hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt sogar noch gebessert.

Die Arbeitslosenquote in diesem Jahr sank weiter und die ALV kann sich freuen. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich von 2,1 Prozent im Februar 2023 auf 2,0 Prozent im März 2023.

Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 16.745 Personen beziehungsweise um hohe 15,3 Prozent.

Boom in der Wirtschaft

Die Gründe für das gute Abschneiden der ALV sind klar die niedrige Arbeitslosenquote. Letztlich geht es auf den Boom am Arbeitsmarkt zurück, über den auch muula.ch bereits häufig berichtete.

Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb die Arbeitslosenkasse im Geld schwimmt. Positiv wirkt nämlich auch die Handhabung von Arbeitslosenfällen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV.

Ständige Nachfragen

Dort werden Arbeitslose nämlich recht stark an die Kandare genommen und etwa Sperrzeiten bei den Zahlungen verhängt, falls sie sich nicht bewerben.

Mit Anrufen sowie Schreiben wird nach dem Fortschritt der Stellensuche gefragt und regelrechter Druck ausgeübt, sich nicht mit dem Geld der ALV auf die faule Haut zu legen.

Das ist insofern gut, als es die Zeiträume der Arbeitslosigkeit von Personen deutlich verkürzt.

In anderen Ländern erhalten Betroffene einfach ihr Geld vom Staat und werden ihrem Schicksal überlassen. Das haut natürlich negativ bei den dortigen Arbeitslosenversicherungen rein.

Senken der Beiträge?

In der Schweiz stieg das Eigenkapital der ALV mit dem Überschuss von 2,3 auf nunmehr über 4 Milliarden Franken.

Mit dem positiven Ausblick bei der Arbeitslosigkeit könnten die Beiträge für die Arbeitnehmer, dem Bund und den Kantonen eventuell bald reduziert werden. Das kommt wieder der Gemeinschaft zugute.

Die Gutverdiener spüren das bereits, denn seit Januar 2023 wird der «Solidarbeitrag» für Lohnbestandteile über 148.200 Franken pro Jahr schon nicht mehr erhoben, wie muula.ch ebenfalls berichtete.

06.04.2023/kut.

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