
Die Wirtschaftsstärke der Schweiz ist regional recht unterschiedlich verteilt. Doch der Kanton Zürich ist klar auf sinkendem Pfad und weniger produktiv.
Die Zeiten, als der Kanton Zürich das Zugpferd der Schweiz war, sind längst vorbei.
Im Jahr 2011 lag der Anteil von Zürich am Schweizer Bruttoinlandprodukt BIP noch bei fast 22 Prozent.
Firmenwegzüge fehlen noch
Doch mittlerweile kommt Zürich «nur» noch auf 19,4 Prozent des BIP von 861 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Statistik BFS dieser Tage zu den neuesten Entwicklungen bekanntgab.
Da sind die zahlreichen Firmenverlagerungen von der Limmat, über die auch muula.ch berichtete, noch nicht einmal eingerechnet.


Der Kanton Genf stieg im gleichen Zeitraum beim BIP-Anteil von 8,8 auf 10,2 Prozent auf.
Bemerkenswert ist auch die Dynamik von Basel-Stadt, die von 5,5 auf 7,0 Prozent emporstieg. Der Kanton Zug schwang sich von 3,4 Prozent des Schweizer BIP im Jahr 2011 auf 4,9 Prozent herauf.
Kanton Bern fällt auch zurück
Die Entwicklungen sind also deutlich.
Einige Kantone gewinnen stark an Bedeutung. Andere verloren gemeinsam mit Zürich.
Zu nennen wäre auch der Kanton Bern, der von 10,7 auf 9,5 Prozent des Schweizer BIP zurückfiel.


In Basel-Stadt half bekanntermassen die Pharmaindustrie um Roche, Novartis, Sandoz & Co. dem Kanton am Rheinknie auf die Sprünge.
Während Genf laut den Statistikern stark vom Handel und Verkehr lebt und kaum Industrieanteile am kantonalen BIP ausweist, zeigt der Kanton Schwyz, dass die regionale Industrie keineswegs in Stein gemeisselt ist.
Und im Kanton Zürich spielen Banken sowie Versicherungen gar nicht so eine entscheidende Rolle, wie man immer zum Finanzplatz Schweiz meint.
Zürich weit abgeschlagen
Das BIP pro Kopf ist aber im Kanton Zug mit 318.000 Franken je Bewohner am höchsten.
Danach kommt Basel-Stadt mit knapp über 300.000 Franken je Einwohner und Genf landet mit 165.000 Franken auf Rang 3.
Der Kanton Zürich erwirtschaftet je Person «nur» rund 103.000 Franken und ist damit lediglich Mittelmass.
Tessin als Sorgenkind
Doch nicht nur die Wirtschaft ist regional stark unterschiedlich verteilt.
Auch die Arbeitsproduktivität, also wenn man den Output durch den Input teilt.
So ging in der Genferseeregion die Arbeitsproduktivität laut dem BFS mit -0,5 Prozent leicht zurück, da die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden mit +1,4 Prozent stärker zunahm als das BIP mit +0,9 Prozent.


Das Tessin habe zudem mit -3,7 Prozent das zweite Jahr in Folge den stärksten Rückgang der Arbeitsproduktivität, da das BIP mit -3,9 Prozent deutlich stärker abnahm als die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, die um 0,3 Prozent sank.
Zürich unter den Schlusslichtern
Die Zentralschweiz drehte mit +6,3 Prozent bei der Arbeitsproduktivität förmlich auf.
Auch die Nordwestschweiz muss sich mit ihrem Produktivitätswachstum von 4,4 Prozent nicht verstecken.
Zürich kam dagegen bloss auf ein Wachstum von 1,1 Prozent und landete mit der Genferseeregion und dem Tessin weit abgeschlagen.
07.11.2026/kut.




