
Die Luxusuhrenmarke Patek Philippe will ihre Produktion nicht weiter ausbauen. Doch bei Modellen sieht Firmenpatron Thierry Stern noch viele Chancen.
Die Welt schaut bezüglich Uhren nur auf den Schweizer Marktführer Patek Philippe und die Eigentümerfamilie Stern.
Thierry Stern führt die Luxusuhrenmarke seit 2009 in vierter Generation und baut seither die Produktion stetig aus.
Kompliziertheit ausbauen
Der Firmenpatron erhöhte die Jahresproduktion von 35.000 bis 40.000 Uhren auf mittlerweile rund 75.000 Uhren.
Doch bei 80.000 Zeitmessern pro Jahr sei eine Grenze erreicht, sagte Stern in einem Interview mit dem Magazin «Bilanz».
«Viel weiter möchte ich nicht gehen», betonte der Firmenchef mit Jahrgang 1970.
Sein Ziel sei nicht, mehr Uhren zu produzieren, sondern neue Modelle zu entwickeln und den Anteil komplizierter sowie semikomplizierter Uhren zu erhöhen, erklärte der Eigentümer und Präsident von Patek Philippe weiter.
Augenmass gefordert
Dabei stünde die Nützlichkeit einer Uhr im Vordergrund. Es sei nicht sehr schwer, noch kompliziertere Zeitmesser zu entwickeln, wenn man weiss, wie es gehe.
«Man kann immer noch ein Modul mit einer Zusatzfunktion beifügen und noch eines und noch eines», sagte Stern diesbezüglich.
Doch man dürfe es da nicht übertreiben.
Jahrelanges Warten
Jährlich bringt die Genfer Luxusuhrenmarke 15 neue Modelle auf den Markt. Dafür müssten aber andere Modelle aus Kapazitätsgründen eingestellt werden.
«Es ist die Hölle», sagte der Uhrenmanager zum Opfern einzelner Produkte.
Selbst mit dem 2020 fertiggestellten Neubau, in den der Uhrenkonzern über eine halbe Milliarde Franken investierte, sei Patek Philippe bereits wieder voll ausgelastet.
Für die neue Modellreihe Cubitus, über deren Lancierung und Kontroverse auch muula.ch berichtete, betrage die Warteliste schon über zwei Jahre, hob Stern hervor.
Seltenheit bewahren
Ein einziges Modell solle aber nicht die ganze Traditionsmarke von Patek Philippe dominieren, selbst wenn es ein Bestseller, wie die Nautilus, sei, hiess es weiter.
Natürlich mache es Stern stolz, wenn eine Uhr seiner Uhrenmanufaktur extrem erfolgreich sei. Aber irgendwann müsse man dies stoppen.
«Die Stärke und Schönheit von Patek Philippe besteht auch darin, die Seltenheit zu bewahren», lautet quasi das Geschäftsgeheimnis.
Frauen als neue Zielgruppe
Der Firmenpatron sieht allerdings noch viel Potenzial beispielsweise bei Damenuhren.
«Frauen sind zunehmend sehr wichtige Kundinnen der Uhrmacherei», erklärte er. Es gebe Frauen, die Technik liebten, es gebe Frauen, die
stärker auf Design achteten, und es gebe Frauen, die beides wollten.
Doch in der Uhrenindustrie gebe es ohnehin noch viel Neues zu erfinden.
«Die Mode verändert sich, die Technik entwickelt sich, neue Materialien kommen hinzu», erklärte Stern diesbezüglich gegenüber «Bilanz»·
Nachvollziehbare Preise
Das Drehen an der Preisschraube wegen der Knappheit ist für den Patek-Philippe-Präsidenten allerdings keine Option.
Die Preise sollen konsistent und nachvollziehbar sein.
«Aber wir wollen nicht übertreiben», betonte der Chef und Eigentümer des 1839 gegründeten Luxusuhrenkonzerns.
08.11.2026/kut.




