Ausländer machen Bogen um die Schweiz

Touristen in Bern
Asiaten übernachten weniger in der Schweiz. (Bild: Julita / pixabay)

Die Schweizer Hotellerie verzeichnet zwar konstante Übernachtungszahlen. Doch ausländische Gäste kommen weniger, weil ein anderer Schuh drückt.

Die Hotellerie in der Schweiz verzeichnete einen guten September.

Die Zahl der Logiernächte legte gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent auf 4,3 Millionen zu, wie das Bundesamt für Statistik BFS diese Woche auf Basis provisorischer Daten bekanntgab.

Deutlicher Zuwachs

Dabei gingen rund 2,3 Millionen Logiernächte auf das Konto der ausländischen Gäste, was einem Plus von +5,8 Prozent beziehungsweise 125.000 Übernachtungen entsprach.

Die inländischen Gäste generierten 2,1 Mio. Logiernächte. Der Zuwachs lag bei 4,6 Prozent beziehungsweise 90.000 Logiernächten.

Abkühlung im Hitzesommer

Doch trotz eines guten Septembers hinkt die Schweizer Hotellerie in gewisser Weise dieses Jahr hinterher.

Von Januar bis September 2026 verzeichneten die Herbergen hierzulande rund 34,5 Mio. Logiernächte, was 8000 Übernachtungen weniger als in der entsprechenden Vorjahresperiode waren. Das prozentuale Minus lag damit aber bei 0 Prozent, was eine gewisse Konstanz signalisiert.

Per Juli hatte das Minus noch bei 2,4 Prozent beziehungsweise 68.000 Übernachtungen betragen, wie muula.ch berichtete. Der heisse Sommer gab mit Abkühlung in den Schweizer Bergen offenbar Schub.

Inländer finden mehr Gefallen

Unter der Oberfläche hat sich die Situation aber geändert.

Von den 34,5 Millionen Übernachtungen gingen 17,8 Millionen auf das Konto der ausländischen Gäste, was einem Rückgang um 1,2 Prozent beziehungsweise 222.000 Übernachtungen entsprach.

Die Rettung kam von inländischen Gästen, die laut dem BFS rund 16,7 Millionen Logiernächte generierten. Das Plus betrug 1,3 Prozent beziehungsweise 214.000 Logiernächte. Die Differenz zwischen In- und Ausland ergibt besagte 8000 Übernachtungen.

Warum machen Ausländer einen grossen Bogen um die Schweiz?

Klar, mit dem starken Schweizerfranken sind Ferien hierzulande nicht günstig zu haben. Allerdings sank die starke Heimwährung zuletzt, was Reisen in die Schweiz günstiger macht.

Ein Blick in die Gäste-Bewegung verrät, dass gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich Chinesen, Inder und Golfaraber fehlen. Aber auch Niederländer und Briten kommen deutlich weniger in die Schweiz.

Drehkreuze geschlossen

Da fehlt nach dem US-israelischen Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran einerseits Reiselust von vielen Menschen.

Andererseits gibt es gerade für Asiaten und Golf-Araber über die Drehkreuze Dubai, Doha, Abu Dhabi aber auch deutlich weniger Flugkapazität, weil Emirates, Qatar Airways und Etihad ihre Drehkreuze wegen der kriegerischen Auseinandersetzung in der Region teils komplett schliessen mussten.

Schnäpplijäger sind zufrieden

Rettung kommt für die Schweiz von den Deutschen und Amerikanern. Auch Belgier und Italiener übernachten hierzulande dieses Jahr mehr als im Vergleichszeitraum von 2025.

Gerade die steigenden Gästezahlen aus Deutschland verdeutlichen, dass die Frankenstärke nicht mehr das Hauptargument für Nicht-Reisen in die Schweiz ist.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt gerade für die preissensible Kundschaft aus Deutschland.

08.11.2026/kut.

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