
Die Schweiz stürzt erneut in eine Versorgungskrise bei Flugpetrol. Die Behörden können zum letzten Mal aber noch einfach Notvorräte anzapfen.
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL wählt immer blumige Worte für eine dramatische Lage.
Die Behörde spricht am heutigen Dienstag erneut von einem «vorübergehenden Versorgungsengpass», was aber auf jede Situation zutrifft.
Fast 20 Prozent aufgebraucht
Beim Flugpetrol kommt es zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit zu einer Notsituation, sodass die Schweiz auf die eisernen Reserven, die Pflichtlager, zurückgreifen muss.
Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, habe Flugpetrolbezüge am 3. November 2026 aus den Mineralöl-Pflichtlagern bewilligt, teilte das BWL weiter mit.
Bis zum 29. November 2026 dürften maximal 50.000 m3 Flugpetrol entnommen werden. Zusammen mit den 30.000 m3 der ersten Entnahme von Kerosin aus den Reserven im Oktober 2026 entspreche dies 17,4 Prozent der Pflichtlagerbestände.
Verschärfung der Lage
Pfister darf aber nur bis 20 Prozent der Rücklagen bewilligen.
Werden grössere Mengen zur Sicherstellung der Versorgung benötigt, erlasse das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) eine Freigabeverordnung, erklärte die Behörde.
Flughäfen, wie die Airports in Zürich oder in Genf, müssen da also schauen, dass ihnen nicht das Flugbenzin ausgeht, denn sonst können sie ihren Betrieb mit Airlines um Swiss, Edelweiss, Lufthansa, Air France, Singapore Airlines, Emirates & Co. einstellen.
Die Flughäfen Genf und Zürich seien aber trotz tiefer Nachfrage im November 2026 auf die Bezüge aus den Pflichtlagern angewiesen, hiess es vom BWL.
Bisher war nur vom Flughafen Zürich die Rede gewesen, wie muula.ch berichtete. Die Situation hat sich also klar verschärft.
Fehlende Rheinschifffahrt
Beim Flugpetrol seien Einschränkungen in Raffinerien in Südfrankreich und Deutschland der Hauptgrund für den aktuellen Versorgungsengpass.
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist ohnehin seit Monaten angespannt, vor allem wegen der eingeschränkten Rheinschifffahrt.
Die anderen Verkehrsträger seien in dieser Situation noch mehr nachgefragt und kämen an ihre Grenzen, erklärte das BWL.
Verbraucher an die Kasse
Wie muula.ch bereits zu den vier Fällen von Bezügen aus den Pflichtlagern von Mineralölprodukten berichtete, werden die Konsumenten dafür zur Kasse gebeten.
Einerseits gibt der Bund an die Firmen, welche die Notvorräte verwalten, günstige Kredite aus Steuermitteln.
Und die generellen Kosten für die Notvorräte tragen die Verbraucher über höhere Verkaufspreise.
03.11.2026/kut.




