Institutionelle springen beim Gold für Private ein

Goldbarren und Goldmünzen
Die Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren geht deutlich zurück. (Bild: pixabay)

Die Nachfrage nach Gold ist im 3. Quartal fast konstant geblieben. Doch unter der Oberfläche hat sich die Käuferschaft aus wichtigem Grund gedreht.

Der Goldmarkt zeigt sich mit den aktuellen Unsicherheiten in der Welt ziemlich stabil.

Die globale Goldnachfrage und das Angebot hätten im dritten Quartal mit rund 1369 Tonnen nur ein Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, teilte der Interessenverband World Gold Council WGC am heutigen Dienstag mit.

Rund 42 Prozent mehr Käufe

Unter der Oberfläche gab es allerdings deutliche Verschiebungen, wie aus den Detailzahlen von WGC hervorgeht.

Zentralbanken und andere offizielle Institutionen erhöhten ihre Goldkäufe im dritten Quartal um rund 42 Prozent auf 321 Tonnen.

Auch in börsenkotierte Exchange-Traded-Funds ETFs verzeichneten wieder deutliche Zuflüsse, hiess es weiter.

Angebot und Nachfrage von Gold in der Welt laut dem WGC
Der Goldmarkt schwankt von Quartal zu Quartal. (Screenshot: muula.ch)

Bei solchen Profiinvestoren spielt der aktuelle Marktpreis nicht so eine grosse Rolle, sondern sie decken sich strategisch ein.

Gerade Notenbanken – abseits der Schweizerischen Nationalbank SNB – wollen ihre Goldreserven aufstocken, um für unsichere Zeiten gewappnet zu sein.

Preissensible Kundschaft

Privatleute schauen dagegen schon auf die aktuellen Notierungen bei Käufen von Edelmetallen.

Aktuell liegt der Goldpreis rund 30 Prozent unter dem Allzeithoch von Ende Januar 2026.

Die weitere Richtung mit Zinserhöhungen oder weiteren Unruheherden in der Welt ist nicht klar, weshalb sich Private vornehm zurückhalten.

Wenig Interesse an Goldschmuck

Dies zeigt sich dann auch in den Zahlen beim WGC.

Die globale Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 268 Tonnen.

Auch die Schmucknachfrage sank im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 313 Tonnen und setzt die Kaufzurückhaltung fort.

Dies sei der niedrigste Wert für ein drittes Quartal in der Datenreihe des Interessenverbandes, hiess es zu den Entwicklungen.

Lesen im Kaffeesatz

Alle anderen Nachfrager, wie die Industrie, verhielt sich unauffällig.

Doch die grossen Bewegungen bei den Mengen zeigen, dass Institutionelle sich weiter mit Gold eindecken und Private vornehm zurückhalten.

Experten begründen dies mit den Preisentwicklungen. Einige Argumentieren, die Richtung ist nicht klar, weshalb sich Privatleute zurückhalten.

Andere wiederum sagen, die Preise seien Privaten zu hoch, weshalb sie sich bei Schmuck, Münzen und Goldbarren zurückhielten.

Rund 60 Prozent mehr Menge

Langfristig zeigt die Entwicklung, dass der Goldmarkt stetig grösser wird.

So lag die Goldnachfrage für die ersten drei Quartale zusammen mit 3881 Tonnen quasi exakt auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Zur jüngsten Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 lagen die Werte nicht einmal bei 2500 Tonnen.

Langfristige Goldmarktentwicklung laut dem WGC
Wachsender Goldmarkt (Screenshot: muula.ch)

Und bewertet man die Mengen noch mit dem Goldpreis, wird das Wachstum besonders deutlich.

In diesem Jahr betrug der Nachfragewert schon rund 566 Milliarden Dollar, rechnete das World Gold Council vor. Es sei ein neues Allzeithoch, so die Branchenorganisation.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei der Goldpreis rund 23 Prozent im Plus.

03.11.2026/kut.

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