
Betreiber von Wasserkraftanlagen mit Verlusten können Hilfsgelder ergattern. Schweizer Stromkunden stützen drei Anbieter mit 10 Prozent mehr.
Hohe Energiepreise haben manchmal auch ihr Gutes.
Dann nämlich, wenn Schweizer Energiefirmen dadurch weniger Subventionen erhaschen können.
Gestehungskosten decken
Im Jahr 2026 habe das Bundesamt für Energie (BFE) lediglich drei Gesuche von Betreibern unrentabler Grosswasserkraftwerke erhalten, teilte die Behörde am Montag mit.
Anspruch auf eine Marktprämie habe, wer das Risiko ungedeckter Gestehungskosten decke.
Dies waren aber aufgrund hoher Energiepreise im Jahr 2025 nur drei Anbieter, welche 21,4 Millionen Franken für 2142 Millionen Kilowattstunden Strom erhielten.
Früher 23 Gesuchsteller
Der durchschnittliche Spotmarktpreis lag über das Kalenderjahr 2025 bei 95,33 Franken pro MWh. Der Durchschnittspreis über die Jahre 2017 bis 2020 betrug dagegen 48,4 Franken je MWh, rechnete das BFE weiter vor.
Im vergangenen Jahr hatte die Subvention für 2024 noch rund 19,6 Millionen Franken betragen und war auch an drei Empfänger gegangen. Die Stützgelder stiegen also trotz hoher Energiepreise um fast 10 Prozent.
Im Jahr 2020 hatten noch 23 Gesuchsteller von 84 Millionen Franken an Hilfsgeldern profitiert, wie muula.ch berichtete.
Geheimnis um Geldempfänger
Die zur Verfügung stehenden Mittel von 100 Millionen Franken werden in diesem Jahr nicht ausgeschöpft.
Die Förderung hilft auch nur rund 5,7 Prozent der Schweizer Landeserzeugung aus Wasserkraft. Auf die ganze Stromproduktion des Landes bezogen, sind die Erhaltungsmassnahmen also vernachlässigbar.
Wer konkret profitiert, verrät das BFE aber nicht. Allenfalls die Kantone und Gemeinden könnten Auskunft zur Marktprämie für Wasserkraftanlagen auf ihrem Hoheitsgebiet erfahren, hiess es zur Erklärung lapidar.
Zuschlag auf Strompreis
Doch die Rechnung wird den Stromkunden präsentiert.
Die Subvention wird aus dem Netzzuschlagsfonds finanziert, in den alle Stromkunden 2,3 Rappen pro KWh an Strom einzahlen, den sie verbrauchen.
Damit werden die unrentablen Wasserkraftwerke durchgefüttert und auch noch diverse Förderinstrumente für erneuerbare Energien, wie das Einspeisevergütungssystem, Einmalvergütungen oder Investitionsbeiträge, finanziert.
Viel Bürokratie um Nichts
Die Schweizer werden da aber mit der grossen Umverteilung ihrer Gelder gleich mehrfach zur Kasse gebeten.
Einmal über die mittels Zuschlägen künstlich erhöhten Strompreise und andererseits über das Durchfüttern verlustreicher Stromanbieter, die keinen Anreiz haben, an ihrer schlechten Kostensituation etwas zu ändern.
Hinzu kommt, dass Stromanbieter durchaus schummeln, um an die Fördergelder zu kommen. Ein externer Dienstleister prüft da im Auftrag des BFE.
Es braucht also noch viel Bürokratie, um das System überhaupt am Laufen zu halten.
03.11.2026/kut.




