
Die Inflation steigt in der Schweiz mittlerweile rasant. Doch die Schweizerische Nationalbank SNB lässt der Geldentwertung quasi freien Lauf.
Die Schweiz hat nun wie viele andere Länder ein Problem mit der Preisstabilität.
Dies verdeutlicht der rasante Anstieg bei der Inflation in den vergangenen drei Monaten.
Höchstmarke in Griffweite
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sei im Oktober 2026 im Vergleich zum Vorjahreswert auf 1,5 Prozent gestiegen, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am Dienstag mit.
Die Teuerung erreicht damit fast die Marke von 2 Prozent, was in der Schweiz der Höchstwert für Preisstabilität bedeutet.
Wohnungsmieten deutlich höher
Die Inlandgüter verteuerten sich innerhalb von 12 Monaten um 0,8 Prozent. Doch bei den Importgütern betrug der Preisauftrieb 3,7 Prozent, wie die Statistiker weiter bekanntgaben.
Die Preise von Waren erhöhten sich auf Jahressicht um 1,9 Prozent. Bei Dienstleistungen ging das Preisniveau um 1,2 Prozent nach oben.
Die Teuerung ist also auch hierzulande nicht zu übersehen.

Die Wohnungsmieten, die fast 20 Prozent am Warenkorb ausmachen, verteuerten sich um 1,6 Prozent gegenüber dem Oktober 2025.
Die gestiegenen Immobilienpreise treiben die Mieten in die Höhe.
Iran-Krieg wirkt stark negativ
Erdölprodukte legten aufgrund des US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran um 40,3 Prozent zu.
Die Preise von Energie und Treibstoffen stiegen um 15,9 Prozent. All dies kam nicht überraschend, sondern war aufgrund des Iran-Krieges und des schwächeren Frankens nur eine Frage der Zeit.
Die Inflationsrate hatte im Juli 2026 noch 0,4 Prozent betragen. Im August hatte sich der Wert verdoppelt und war im September bereits bei 1,0 Prozent aufgeschlagen.
Nur langsam wirkendes Gegenmittel
Die Schweizerische Nationalbank SNB hatte aber an der jüngsten Lagebesprechung Ende September ihre Nullzinspolitik fortgesetzt, obwohl der explosionsartige Preisauftrieb absehbar war.
Mit einer hohen Zinsdifferenz zum Ausland schwächt sich der Schweizerfranken zwangsläufig ab und die Inflation schwappt aus dem Ausland in die Schweiz herüber.
Nun müssen die Verantwortlichen für die Preisstabilität um SNB-Chef Martin Schlegel die Zügel stärker anziehen, damit die Preise in der Schweiz nicht aus dem Ruder laufen, aber auch nicht die Immobilienblase platzt.
Das Einfangen des Preisauftriebs ist für die Zentralbank jedoch nicht einfach, weil die Beeinflussung der Nachfrage, die mit höheren Zinsen einhergeht, nur sehr langsam wirkt.
Zentralbank als Hauptproblem
Der LIK stieg im Oktober zum Vormonat um 0,2 Prozent, weil höhere Preise für Heizöl, Benzin und Diesel verzeichnet worden waren. Ebenfalls gestiegen waren die Preise für Damen- und Herrenschuhe sowie für ambulante ärztliche Leistungen im Spital, gaben die Statistiker an.
Pauschalreisen ins Ausland seien hingegen günstiger geworden, ebenso wie die Preise in der Hotellerie, hiess es weiter.
Doch der Preisauftrieb ist inzwischen hierzulande wie in vielen Ländern (unnötigerweise) wegen einer schlafenden Zentralbank zum Problem geworden.
03.11.2026/kut.




