
Die Schweiz hat aus dem Untergang der Credit Suisse wenig gelernt. Dies zeigt die Finma, die lasch mit der systemrelevanten Postfinance umgeht.
Die Schweiz hat auf Tausenden von Seiten den Untergang der Krisenbank Credit Suisse (CS) untersucht, um Lehren aus dem Desaster zu ziehen.
Geht es dann darum, die Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen, macht das Land die gleichen Fehler, die schon zum Kollaps der CS geführt haben.
Regulator versagt
Dies verdeutlicht niemand besser als die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma.
Sie hat mit ihren Hunderten von Beamten ihre Hauptaufgabe, den Schutz von Investoren auf dem Finanzplatz Schweiz, beim Untergang der CS nicht erfüllt.
Nun, auch Jahre später, geht der Regulator wieder lasch mit systemrelevanten Banken um, wie das Beispiel Postfinance verdeutlicht.
Geheimnis um UBS
Im Jahr 2026 erfüllt das zur Schweizer Staatspost gehörende Geldhaus die Anforderungen an Notfallpläne nicht, wie die Finma am Mittwoch zur jährlichen Beurteilung der Notfall- und Stabilisierungspläne inlandorientierter systemrelevanter Banken mitteilte.
Dabei gehe es neben Postfinance um die Einreichungen der Kreditinstitute der Zürcher Kantonalbank (ZKB), der Raiffeisen-Gruppe sowie der UBS im Jahr 2025, hiess es weiter.
Zur Grossbank UBS wollte sich die Finma noch gar nicht äussern. Das solle erst im Spätherbst erfolgen, was auch immer das bedeuten mag.
Handlungsoptionen konkretisieren
Der Notfallplan von PostFinance entspreche derzeit noch nicht allen regulatorischen Anforderungen, erklärte die Finanzmarktaufsicht allerdings.
PostFinance erfülle seit Ende 2025 die Vorgaben bezüglich zusätzlicher verlustabsorbierender Mittel und habe ihre Alternativstrategie weiterentwickelt.
Die darin vorgesehenen Handlungsoptionen für den Fall, dass eine Restrukturierung und Weiterführung der Bank nicht möglich sei, müssten jedoch weiter konkretisiert werden, kritisierte der Regulator.
Externe Beratungsunternehmen wie McKinsey, BCG, Mercer & Co. würden so etwas binnen kürzester Zeit sicher auf die Beine stellen.
Warten auf die Politik
Beim Versagen des Notfallplans von Postfinance sei auch der gesetzliche Grundversorgungsauftrag zu berücksichtigen, erklärte die Finma weiter.
Die derzeit in Vernehmlassung befindliche Anpassung des Postgesetzes solle diesbezügliche Rechtsunsicherheiten reduzieren.
Mit anderen Worten: Die Aufsichtsbehörde wartet da einfach zu. Doch in einem Notfall kann dies zu spät sein.
Zugeschaut und nichts getan
Genauso war es auch beim Untergang der CS gewesen.
Die Finma und die Schweizerische Nationalbank SNB hatten 2022 bei der Krisenbank gesehen, wie viel Liquidität im digitalen Zeitalter im Falle einer Bankenkrise abfliessen kann.
Doch diese Erkenntnisse der Bundesbehörden flossen nicht im nötigen Umfang in die Anforderungen an die CS für das entscheidende Jahr 2023 ein.
Dies steht genau so im jüngsten Bericht der SNB zur Finanzmarktstabilität.
Die Schweiz lernt da eben nicht hinzu.
15.10.2026/kut.




