
In die Schweiz kann man mit Millionen an Bargeld problemlos einreisen. Doch mit Gurken, Backwaren oder auch nur mit Ketchup ist der Gang zum Zoll nötig.
Da hat der Schweizer Zoll wieder zugeschlagen.
Bei Kontrollen im Raum Basel fand das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) gleich zweimal grosse Mengen geschmuggelter Lebensmittel, teilte die Schweizer Zollverwaltung zu regionalen Ereignissen unlängst mit.
Mayonnaise und Ketchup
Eine mobile Patrouille des BAZG kontrollierte auf der Autobahnraststätte Pratteln einen Lieferwagen mit Schweizer Kontrollschild, der zuvor aus Deutschland in die Schweiz eingereist war.
Im ungekühlten Laderaum des Fahrzeuges stiessen die Einsatzkräfte auf 1,5 Tonnen gefrorene Pommes frites, 75 Kilogramm verschiedener Poulet-Produkte, 100 Kilogramm Mayonnaise und auf 79 Kilogramm Ketchup.
Abgesehen davon, dass lebensmittelrechtliche Vorgaben missachtet und der Lieferwagen überladen gewesen seien, habe der Lenker die bei der Wareneinfuhr fälligen Abgaben nicht entrichtet, mahnten die Zollbeamten zu dem Fall.
Tausende Boxen aus Styropor
Einen Tag später fand der Zoll gleich am selben Ort erneut einen Lieferwagen mit Schweizer Kontrollschild, der im Laderaum zwei Tonnen an Pommes frites und 110 Kilogramm Poulet-Produkte sowie 80 Alufolienrollen und 2500 Transportboxen aus Styropor hatte.
Auch hierbei waren die Kühlkette und das Höchstgewicht nicht eingehalten.
Doch viel wichtiger für den Schweizer Staat: Auch die Einfuhrabgaben waren nicht entrichtet worden, wie das BAZG im Communiqué eigens hervorhob.
Hunderte Franken an Strafe
Bei einer Zollkontrolle in Kreuzlingen, also in einer anderen Region der Schweiz, gingen den Zöllnern mehrere Kartonkisten mit 270 Kilogramm unverzollten türkischen Backwaren ins Netz.
Eine handschriftlich ausgestellte Rechnung wies einen Warenwert für Baklava & Co. von 1700 Euro auf, die für einen Anlass in der Schweiz bestimmt waren.
Zudem fanden die Mitarbeiter des Zolls im Fahrzeug eine weitere Rechnung aus einem anderen Monat in der Höhe von 840 Euro.
Der Mann musste auf beide die fehlenden Mehrwertsteuer- und Zollabgaben sowie eine Busse für mehrere hundert Franken zahlen und durfte anschliessend weiterfahren.
Fast 300 Kilo an Gurken
In Ramsen kontrollierten die Zollbeamten einen Lieferwagen mit Zürcher Kennzeichen.
Das Fahrzeug war mit fast einer Tonne Lebensmittel beladen, darunter 276 Kilogramm Gurken, 252 Kilogramm Gewürze, 164 Kilogramm Gemüsekonserven sowie Olivenöl und Poulet in Dosen.

Insgesamt habe sich das Gewicht von unverzollter Ware auf 938 Kilogramm belaufen, teilte das BAZG zu diesem Vorfall mit.
Der 35-jährige Fahrer habe die nachträglich erhobene Mehrwertsteuer und Zollabgaben in der Höhe von über 1000 Franken sowie eine Busse von über 1000 Franken bezahlen müssen, so die Zollbeamten weiter.
Inlandsumsätze hochhalten
Die Einfuhrbeschränkungen gelten also nicht nur für Fleisch oder etwa für Butter, um die Schweizer Bauern zu schützen.
Es geht auch nicht bloss um Tabak- oder Alkoholschmuggel, sondern um profane Sachen, wie Gurken, Backwaren oder Tomatensosse.
Die Umsätze der Schweizer Detailhändler um Coop, Migros, Denner & Co. sollen ja nicht darben.
Ein Drittel der Bundeseinnahmen
Jedes Communiqué des BAZG erklärt, dass die Behörde akribisch Zölle und Abgaben erhebe und damit rund ein Drittel der gesamten Bundeseinnahmen beisteuere.
Die Einfuhr von Barem ist hingegen bis in die Milliarden nicht zollpflichtig – das Geld soll schliesslich hierzulande neues Steuergeld produzieren und darf daher ungehindert ins Land.
13.10.2026/ena.




