Nächstes Unheil für Calida

Logo von Calida an einer Filiale
Calida wird von einem Pariser Gericht zu einer Millionen-Strafe verdonnert. (Bild: muula.ch)

Der Hersteller von Unterwäsche Calida ist schon am Straucheln. Doch da versetzt die Peugeot-Familie dem Unternehmen einen weiteren Schlag.

Nach rund zehn Jahren kam der Unterwäsche-Hersteller Calida zu dem Schluss, dass Gartenmöbel gar nicht so gut zu seinen Geschäften passen.

Unklarer Streitgegenstand

Die Schweizer Calida-Gruppe verkaufte dann 2024 die Sparte Lafuma Mobilier an die Holding der Peugeot-Familie. Doch die Franzosen reichten kurz darauf eine Schadenersatzklage in Höhe von 39 Millionen Euro ein.

Warum, liessen beide Seiten nie durchblicken. Anfragen von muula.ch an die Peugeot-Holding blieben unbeantwortet.

Calida selbst wies die Vorwürfe aber siegessicher weit von sich und bildete daher auch keine Rückstellungen.

Tafelsilber zu Geld machen

Doch nun hat das zuständige Handelsgericht «Tribunal de Commerce de Paris» den Franzosen teilweise recht gegeben und Calida zu einer Schadenersatzzahlung von 6,4 Millionen Euro verurteilt, wie Calida am Montag überraschend mitteilte.

Der erstinstanzliche Entscheid sei noch nicht rechtskräftig und der Unterwäsche-Hersteller werde nach Analyse des Urteils, die Einlegung von Rechtsmitteln prüfen, hiess es weiter.

Die Franzosen um die Holding Peugeot Frères hatten für den misslungenen Gartenmöbel-Deal ursprünglich 39 Millionen Euro von Calida gefordert.

Immobilie noch obendrauf

Mit dem Zugeständnis von zumindest 6,4 Millionen Euro zeigt sich aber, dass bei dem Verkauf und dem entsprechenden Aktienkaufvertrag vom 30. Juli 2024 offenbar wirklich nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Der Gewinn aus dem Abgang von Lafuma Mobilier lag damals bei 16,3 Millionen Franken.

Calida hat separat noch eine entsprechende Liegenschaft verkauft, die von den Meinungsverschiedenheiten aber offenbar nicht tangiert ist.

Weiteres Damoklesschwert

Weil Calida für den Rechtsstreit keine Rückstellungen gebildet hat, würde der Gerichtsentscheid entsprechend das Jahresergebnis im laufenden Geschäftsjahr negativ belasten.

Die Geschäfte mit Unterwäsche & Co. laufen ohnehin nur schleppend, wie muula.ch unlängst berichtete. Das Eigenkapital beträgt noch rund 63 Millionen Franken bei einer Bilanzsumme von 107 Millionen Franken.

Ein weiterer Geschäftsteil um die US-Lingerie-Marke Cosabella musste verkauft werden. Doch auch da wurde eine Schiedsgerichtsklage eingereicht.

14.09.2026/kut.

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