Pictet kombiniert das Beste von aktiv und passiv mit KI

Logo von Pictet an der Zürcher Bahnhofstrasse
Pictet öffnet KI-gestützte Anlagevehikel für mehr Investoren. (Bild: muula.ch)

Mit Künstlicher Intelligenz KI ergeben sich neue Möglichkeiten für die Geldanlage. Die Privatbank Pictet erzielt dabei schon beachtliche Erfolge.

Jeder nutzt heutzutage Künstliche Intelligenz KI.

Da liegt es nahe, auch Entscheide zur Geldanlage an die Maschinen zu delegieren.

Neue ETF aufgelegt

Doch wie, das ist die grosse Frage. Banken arbeiten unter Hochdruck daran, KI für ihre Geschäfte fit zu machen.

Die Genfer Privatbank Pictet lancierte im März 2024 mit dem «Quest AI-Driven Global Equities» bereits relativ früh einen Fonds, welcher den zugrundeliegenden Index MSCI World um rund 3,2 Prozent überrundete, wie muula.ch berichtete.

Nun sind KI-gestützte Anlageprodukte von Pictet bereits in Deutschland, Italien, Grossbritannien und seit Donnerstag auch an der Schweizer Börse SIX zu finden.

Das Pictet Asset Management habe quantitative Anlagekompetenz mit KI-gestützter Titelauswahl aus globalen, US-amerikanischen und europäischen Aktien als ETF kotiert, wie sowohl der Schweizer Börsenbetreiber als auch die Genfer Privatbank freudig mitteilten.

Markt nicht ignorieren

Ziel sei es, mit KI-optimierten Aktienindexstrategien die Performance der jeweiligen Referenzindizes nach Abzug von Gebühren um etwa 1 Prozent pro Jahr
zu übertreffen.

Angestrebt wird dabei ein Tracking Error von bis zu 2 Prozent und ein Beta von 1,0, was bedeutet, dass sich die Renditen weitgehend parallel zum Markt entwickeln und nur wenig vom Index abgewichen wird.

Pictet-Experte David Wright
Pictet-Experte David Wright erklärt KI-gestützte Anlageprodukte in Zürich. (Bild: muula.ch)

David Wright, Chef der Abteilung Quantitative Investments bei Pictet Asset Management, sieht darin die Kombination aus dem Besten von aktiven und passiven Anlagestrategien, wie er in Zürich vor Investoren und Medienvertretern sagte.

Bündel von Signalen nutzen

Das von Pictet entwickelte KI-Modell für die Aktienauswahl, das die Rendite für die jeweiligen Titel für rund 20 Tage im Voraus prognostizieren will, könne komplexe Muster erkennen, die von Menschen in Unternehmens- und Marktdaten unentdeckt bleiben, hiess es zur Funktionsweise.

Diese Erkenntnisse würden in Signale für die Titelauswahl übersetzt und durch ein Expertenteam überwacht.

Es sei aber nicht nur die Meinung eines Analysten, wie häufig bei traditionellen Anlageentscheiden, sondern mit KI eine Kombination aus Signalen.

Firmenspezifische Überrendite

Die Resultate können sich sehenlassen.

Trotz des engen Korsetts, welches die KI-Modelle zum jeweiligen Index einhalten müssen, holt Pictet mit seinem Ansatz nochmal 1 bis 2 Prozent aus den bisher ungenutzten Informationen für die Anleger heraus.

Die Prognosen von Pictet finden also tatsächlich firmenspezifische Überrenditen heraus.

Verschiedene Denkansätze nutzen

Die Privatbank konnte mit diesem Ansatz bereits mehrere Milliarden an Investorengeldern einsammeln.

Andere Geldhäuser versuchen, solche KI-gestützte Anlagemethoden selbstverständlich auch.

Pictet-Experte Wright ist dabei aber nicht pessimistisch, dass, wenn alle Banken auf KI setzen, diese Überperformance mit der Zeit verschwinden werde.

Die jeweiligen KI-Modellansätze seien sehr unterschiedlich, hiess es gegenüber muula.ch zur Begründung.

11.09.2026/kut.

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