
Die Schweizer Hotellerie verzeichnet nach einer Durststrecke wieder bessere Gästezahlen. Fehlende Inder, Chinesen und Araber kompensieren Europäer.
Die Schweizer Hotels können sich wieder über bessere Geschäfte freuen.
Die Hotellerie verzeichnete im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat rund 0,5 Prozent mehr Logiernächte und kam auf 5 Millionen Übernachtungen, wie das Bundesamt für Statistik BFS am Freitag bekanntgab.
Deutliches Plus bei Inländern
Rund 2,6 Millionen Logiernächte gingen auf das Konto der ausländischen Gäste, was aber ein Minus von 2,4 Prozent beziehungsweise 64.000 Übernachtungen entsprach.
Die inländischen Gäste generierten dagegen 2,3 Millionen Logiernächte, was ein Plus von 3,9 Prozent beziehungsweise 88.000 Übernachtungen bedeutete.
Somit kompensierten die Schweizer quasi fehlende Inder, Golfaraber, Chinesen und sogar Briten, die mit zweistelligen Prozentzahlen ausblieben.
Konstanter Strom an US-Gästen
In die Bresche sprangen auch Deutsche, Franzosen, Belgier und Niederländer, die im Juli deutlich mehr in der Schweiz übernachteten.
Die Amerikaner, welche nach der Coronavirus-Pandemie einen grossen Zuwachs verzeichneten, kamen dagegen laut dem BFS nur genauso viel wie im Vorjahresmonat.

Auch wenn der Juli besser war als die vergangenen Monate, sieht es kumuliert in diesem Jahr noch nicht so rosig wie in den Rekordzeiten zum Reiseboom nach der Coronavirus-Pandemie aus.
Über 100.000 Nächte fehlen
Die Hotellerie verzeichnete in der Schweiz von Januar bis Juli rund 25,3 Millionen Logiernächte, was einem Rückgang von 0,5 Prozent oder 120.000 Logiernächten entsprach.
Rund 12,8 Millionen Logiernächte gingen auf das Konto der ausländischen Gäste, was einen Rückgang von 2,1 Prozent beziehungsweise ein Minus von 276.000 Übernachtungen bedeutete.
Die inländischen Gäste generierten dagegen 12,4 Millionen Logiernächte, was einem Plus von 1,3 Prozent oder 156.000 Nächten entsprach.
Die fehlenden 120.000 Nächte multipliziert mit beispielsweise 150 Franken je Nacht, ergeben immerhin ein Minus von 18 Millionen Franken in der Kasse der Schweizer Hotellerie.
Iran-Krieg als Schlüssel
Besonders die Golfaraber blieben der Schweiz mit einem Minus von 16,2 Prozent bei den Logiernächten fern.
Aber auch die Inder übernachteten aufgrund des US-israelischen Angriffskrieges auf Iran zu rund 25 Prozent weniger.
Bis zum Jahresende bleibt aber noch viel Zeit, um eventuell zu den Rekordjahren der Schweizer Hotellerie aufzuholen.
04.09.2026/kut.



