Bei Dormakaba bleibt kein Stein auf dem anderen

Hauptsitz von Dormakaba in Rümlang beim Flughafen Zürich
Der Hauptsitz von Dormakaba wird veräussert. (Bild: PD)

Der Dormakaba-Konzern verzeichnet sinkenden Umsatz und Gewinn. Doch nun ändert die Firma nach einer umfassenden Transformation gleich noch mehr.

Die Halbjahreszahlen des auf Schliesssysteme spezialisierten Konzerns Dormakaba hatten aufhorchen lassen.

Der Umsatz lag über 4 Prozent im Minus und der Konzerngewinn war sogar um 20 Prozent eingebrochen.

Ergebnisrückgang aufgeholt

Am heutigen Dienstag gab der Schliesstechnik-Konzern nun die Jahreszahlen für das per Juni 2026 abgelaufene Geschäftsjahr bekannt.

Die Situation hatte sich deutlich gebessert. Der Umsatz sank insgesamt um 2,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Franken.

Der Gewinn ging aber nur noch um 1,5 Prozent auf 185 Millionen Franken zurück. Die Transformation zahle sich aus, wie es von Dormakaba zu den Hintergründen hiess.

Wachstum durch Übernahmen

Die Kapitalrendite (Roce) sei sogar um 40 Basispunkte auf hohe 31,0 Prozent gestiegen, was ein Beleg für eine noch effizientere Kapitalnutzung sei. Dank all den Optimierungen.

Der Schliesstechnik-Konzern unter CEO Till zeigte sich zufrieden. Auch der Auftragsbestand könne sich sehenlassen.

Die Aktivitäten um Merger & Akquisitionen habe Dormakaba sein Wachstumspotenzial in zentralen Märkten gestärkt.

Vom Einfachen zum Komplexen

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung (GV) vom 20. Oktober für das Geschäftsjahr 2025/26 eine Dividende von 0,95 Franken pro Aktie vor, was ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Doch damit bleibt dennoch nichts beim Alten.

Ab dem Geschäftsjahr 2026/27 stelle der Konzern seine Rechnungslegung auf IFRS um und löse damit Swiss GAAP FER ab, hiess es aus Rümlang überraschend.

Normalerweise wechseln Firmen auf die weniger komplizierten Schweizer Buchhaltungsregeln und nicht umgekehrt.

Die Umstellung richte die Finanzberichterstattung von Dormakaba an international anerkannten Standards aus und verbessere die Vergleichbarkeit mit internationalen Wettbewerbern, hiess es zur Begründung.

Operatives Geschäft im Fokus

Damit aber noch nicht genug.

Das Unternehmen will auch die Eigentümerstruktur vereinfachen, weshalb die Eigentumsrechte und die wirtschaftlichen Anteile künftig auf Stufe der börsenkotierten Holdinggesellschaft in Einklang gebracht werden sollen, wie die Firma in einem weiteren Communiqué ausführte.

Unter der heutigen Eigentümerstruktur hält die Familie Mankel, die früheren Eigentümer von Dorma, einen Anteil von 10,8 Prozent an der kotierten dormakaba Holding AG.

Zudem hält die Familie Mankel 47,5 Prozent am operativen Geschäft von Dormakaba über eine Zwischenholding in Deutschland, an der die Dormakaba Holding AG die übrigen 52,5 Prozent hält.

Dies sei eine Folge der Fusion von 2015 unter Riet Cadonau, hiess es.

GV-Beschluss nötig

Die Dormakaba Holding AG solle den Anteil der Familie Mankel von 47,5 Prozent am operativen Geschäft zu einem Preis von 2,13 Milliarden Franken übernehmen.

Die Beteiligung werde durch eine Sacheinlage auf die Dormakaba Holding AG übertragen, hiess es weiter.

Im Gegenzug erhält die Familie Mankel neu ausgegebene Aktien der Dormakaba Holding AG zu einem Ausgabepreis von 58.0989 Franken je Aktie, basierend auf dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage, sowie eine Barkomponente von gut 30 Millionen Franken.

Der Vollzug der Transaktion werde am oder um den 7. Januar 2027 erwartet, sofern die GV der Kapitalerhöhung zustimme.

Sale-and-Lease-Back-Deal

Und dann fiel CEO Reuter allerdings noch eine Transaktion zur Optimierung ein.

Er fädelte den Verkauf der Immobilie des globalen Hauptsitzes in Rümlang an Schroders ImmoPLUS, einen von Schroders verwalteten börsenkotierten Schweizer Immobilienfonds, für mehr als 80 Millionen Franken ein.

Nach Abschluss der Transaktion werde Dormakaba den Standort im Rahmen mindestens für 12 Jahre zurückmieten.

An der Börse kamen die Informationen gut an. Die Dormakaba-Aktien legten um rund 4 Prozent zu.

01.09.2026/kut.

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