Langer Stabwechsel bei Krankenkasse KPT

CEO und stellvertretender CEO der Krankenkasse KPT
Thomas Harnischberg (l) übergibt die CEO-Position an Peter Hug. (Bild: PD)

Die Berner Krankenkasse KPT hat einen ungewöhnlichen Personalwechsel bekanntgegeben. Doch bis er wirkt, fliesst noch viel Wasser die Aare hinab.

Bei der einstigen Berufskrankenkasse von Eisenbahnern, der Berner KPT, kommt es zu einem Führungswechsel.

CEO Thomas Harnischberg trete ab und sein bisheriger Stellvertreter Peter Hug sei vom Verwaltungsrat als Nachfolger ernannt worden, teilte die Krankenkasse am Mittwoch mit.

Zustimmung der Behörden offen

Der bisherige Chef trete mit Erreichen des ordentlichen Pensionsalters ab, hiess es weiter.

Doch bis dahin dauert es noch – der Wechsel an der Spitze der KPT sei per Juni 2027 geplant, so der genossenschaftliche Krankenversicherer.

Die Aufsichtsbehörden um das Bundesamt für Gesundheit BAG sowie die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma müssten der Ernennung auch noch zustimmen.

Stellvertreter in Pole-Position

Der 1962 geborene Harnischberg, besser bekannt als einstiger persönlicher Mitarbeiter von Alt Bundesrat Adolf Ogi, führt die KPT seit 2022 und gehört der Geschäftsleitung aber seit 2012 an.

Er hatte einst als stellvertretender CEO die Nachfolge von Reto Egloff übernommen und nun wählte der Verwaltungsrat just wieder den Stellvertreter zum Konzernchef.

Einzug in Aufsichtsgremium

Es soll aber ein umfassendes Auswahlverfahren auch mit externen Kandidaten gegeben haben, hiess es aus Unternehmenskreisen.

Harnischberg solle zudem in der Pensionierung der Delegiertenversammlung der Genossenschaft KPT zur Wahl in den Verwaltungsrat per 2028 vorgeschlagen werden.

Das Aufsichtsgremium habe die CEO-Nachfolge frühzeitig regeln und Planungssicherheit schaffen wollen, verteidigte der Verwaltungsrat den Personalwechsel fast ein Jahr im Voraus.

Organigramm KPT
Organigramm KPT (Bild: PD)

In der Schweiz macht derzeit die Unsitte solch «ewiger Rücktritte» die Runde.

Von der Agrargenossenschaft Fenaco, Postfinace, CSS, über die einstige Versicherungsgruppe Helvetia bis hin zur Ruag kündigten Manager viele Monate im Voraus ihre Rücktritte an.

Dies lähmt aber Organisationen, weil die Neuen noch nicht agieren können und die alten Chefs sich um viele Dinge aber nicht mehr voll kümmern wollen, um keine Pfeiler für die Nachwelt einzuschlagen.

Finanzchef verschmäht

Bei der Berner Krankenkasse KPT ist der Wechsel aber nicht nur wegen der langen Vorlaufzeit ungewöhnlich, sondern auch wegen des Nachfolgers Hug (Jg. 1977).

Er arbeitete zuvor bei verschiedenen Krankenversicherern, sitzt seit 2020 in der KPT-Geschäftsleitung und verantwortet den Bereich Leistungen sowie Produkte.

Normalerweise sind Finanzchefs aber prädestiniert für CEO-Positionen.

Betriebswirt statt Jurist

Anders als Rechtsanwalt Harnischberg ist Hug Betriebswirt und Versicherungsfachmann.

Er verursachte aber unlängst quasi einen Ansturm auf die kleine Berner Krankenkasse, weil die obligatorische Grundversicherung in einigen Regionen zu den günstigsten Angeboten zählte.

Die genossenschaftliche KPT wurde nicht nur von Eisenbahnern als Neukunden förmlich überrannt.

19.08.2026/kut.

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