Schweizer Industrie verlässt Jammertal

Ein Arbeiter in einer Fabrik mit sprühenden Funken
In der Schweiz sprühen wieder vielerorts Funken. (Symbolbild: pixabay)

Die Volkswirtschaft der Schweiz gewinnt immer mehr an Fahrt. Hintergrund ist eine Besserung der Lage im sekundären Sektor, bis auf einen Punkt.

Die Schweizer Volkswirtschaft hat das Tal der Tränen definitiv verlassen.

Sorgen um hohe Energiepreise wegen des US-israelischen Angriffskrieges auf Iran sowie um US-Strafzölle treten immer mehr in den Hintergrund.

Deutliches Plus

Der zweite Sektor, in dem Rohwaren aus dem ersten Sektor zu Sachgütern beziehungsweise Endprodukten umgewandelt werden, gewinnt deutlich an Fahrt.

So stieg die Produktion im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahreswert um 5,1 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Mittwoch bekanntgab.

Entwicklung in Schweizer Industrie laut BFS

Besonders gut lief es in der Pharmaindustrie.

Das Produktionsplus habe bei hohen 15,5 Prozent gelegen, hiess es von den Statistikern weiter.

Fahrzeugbau leidet

Selbst die Herstellung von Holzwaren und Druckerzeugnissen legte im 2. Quartal um 5,9 Prozent zu. Die Produktion von Metallerzeugnissen erhöhte sich von April bis Juni immerhin noch um 2,5 Prozent.

Schwieriger sah es dagegen beim Fahrzeugbau aus, der um 15,8 Prozent regelrecht einbrach. Die Produktion im Schweizer Maschinenbau ging zudem um 5,1 Prozent zurück.

Über und unter der Erde aktiv

Das Baugewerbe, welches auch zum zweiten Sektor gehört, legte allerdings auch zu.

Entwicklung im Schweizer Baugewerbe laut BFS

Die Produktion auf Baustellen über der Erde, also im Hochbau, stieg um 4,3 Prozent.

Der Tiefbau erhöhte sich um 1,3 Prozent.

Harter Preiswettkampf

Die Entwicklungen allein sagen aber noch nicht so viel darüber aus, wie viel Geld in den Kassen der Unternehmen klingelt. Daher erheben die Statistiker auch die jeweiligen Umsätze, und die haben es in sich.

Obwohl die Produktion im zweiten Sektor um besagte 5,1 Prozent zulegte, stiegen die Umsätze lediglich um 0,4 Prozent, was zeigt, wie intensiv der Preiswettbewerb ist.

Die Aufträge kommen, aber die Verkaufspreise lassen sich über alles gesehen kaum steigern.

Die Herstellung von pharmazeutischen Produkten um Roche, Novartis, Sandoz & Co. erhöhte sich um 15,5 Prozent. Doch der Umsatz weitete sich «nur» um 6,6 Prozent aus.

Umsatz- über Produktionsplus

Beim Fahrzeugbau ist es sogar noch schlimmer.

Während die Produktion um 15,8 Prozent einbrach, reduzierten sich die Umsätze um 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

In der Baubranche sieht es dagegen nicht so trüb aus.

Im Hochbau weiteten sich die Umsätze um 5,3 Prozent und im Tiefbau um 2,5 Prozent aus, was jeweils deutlich über dem Produktionsplus liegt.

BIP legt deutlich zu

Alles in allem gewinnt die Schweiz damit gut an Fahrt. Die Einbrüche der Vergangenheit sind damit wohl vorerst Geschichte.

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt legte im zweiten Quartal um rund 1,5 Prozent zu, wie muula.ch berichtete.

Von einer Krise fehlt also jegliche Spur.

19.08.2026/kut.

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