Luxus von Hermès ist unverwüstlich

Eine Werbung von Hermès mit einem Passanten davor
Hermès-Produkte sind in Asien stark gefragt. (Bild: C. Tsang / unsplash)

Obwohl der Luxusgüterkonzern Hermès gute Geschäfte präsentierte, brachen die Aktien stark ein. Doch Traditionen sind Wegweiser für Generationen.

Derzeit passieren an den Börsen auffällige Entwicklungen.

Obwohl Firmen eigentlich gute Geschäftszahlen präsentieren, brechen ihre Aktien an den Börsen ein.

Zentralbanken verderben Party

Dahinter steckt eine neue Angst des Marktes.

Mit steigenden Zinsen schichten Anleger ihre Gelder von Aktien in Anleihen um, weil das Risiko-Rendite-Verhältnis dort besser wird.

Unternehmen leiden mit den höheren Leitzinsen unter zwei Aspekten: Einerseits verteuern sich Investitionen und andererseits würgen die Zentralbanken die Konjunktur mit steigenden Leitzinsen langsam ab.

Die Logik dahinter ist, dass sich keine Firma quasi Preiserhöhungen erlauben kann und dadurch insgesamt die Inflation zurückgeht.

Waren selbst in Krisen begehrt

Eine dieser Konzerne, deren Aktien einbrachen, obwohl es gute Geschäftsresultate zu vermelden gab, war unlängst der Luxusgüterkonzern Hermès.

Der Name steht für exklusive Lederwaren und Taschenmodelle. Die «Kelly Bag» wurde nach der Schauspielerin und Fürstin Grace Kelly benannt, die «Birkin Bag» trägt den Namen der britischen Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin.

Herstellung einer Handtasche von Hermès bei einer Präsentation in Zürich
Hermès-Produkte werden stundenlang von Hand gefertigt. (Bild: muula.ch)

Beide Modelle gelten als Symbole für Luxus, gesellschaftlichen Status und sind selbst in Krisenzeiten heiss begehrt.

Pro Handtasche gibt es drei Interessenten, wie muula.ch berichtete.

Verbreiterung des Angebots

Das französische Traditionshaus setzt stets auf handwerkliche Fertigung, begrenzte Verfügbarkeit und eine Firmengeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

Aus dem ursprünglichen Sattlerbetrieb für gehobene Kundschaft, welcher 1837 von Thierry Hermès in Paris gegründet wurde, entwickelte sich im Laufe der Generationen ein internationaler Konzern für Lederwaren, Seidentücher, Kleidung, Uhren, Schmuck, und Parfums.

Halbjahresbericht Hermès 2026
Hermès erwirtschaftet stets Milliardengewinne. (Sceenshot: muula.ch)

Im Laufe eines Jahres verloren die Papiere an der Börse bereits rund 30 Prozent. Zu gross ist die Unsicherheit, wie sich Luxusgüter überhaupt weiterentwickeln.

Doch Hermès ist in diesem Segment etwas Besonderes. Preiserhöhungen, wie etwa bei Chanel um 60 Prozent, kennt Hermès beispielsweise nicht.

Seit Jahrzehnten erhöht der französische Luxusgüterkonzern seine Preise nur moderat und fährt damit gut. Selbst während Wirtschaftskrisen läuft das oberste Luxussegment stets gut.

Hauptfokus auf Asien

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Umsätze währungsbereinigt um rund 6 Prozent auf rund 8 Milliarden Euro.

Die Reingewinnmarge kommt auf fast 30 Prozent. Hermès verdiente in einem Halbjahr über 2,2 Milliarden Euro, und dies wohlgemerkt nach Steuerzahlungen von 1,2 Milliarden Euro.

Hermès Umsatzsplit
Hauptfokus von Hermès liegt in Asien. (Screenshot: muula.ch)

Kommt nun ein boomendes Weihnachtsgeschäft hinzu, kann sich jeder selbst ausmalen, was dies für den Luxusgüterkonzern bedeutet.

Den grössten Umsatz erwirtschaftet das Unternehmen ohnehin in Asien, wo die Produkte eine grosse Rolle spielen.

In den USA, wo es keine Traditionsfirmen gibt, floriert Hermès ebenfalls, als gebe es kein Morgen mehr.

Irgendwann kommt sicher auch die Kauflaune der Chinesen wieder auf die Beine, was derzeit noch ein Problem für die Luxusgüterbranche trotz aufkommender chinesischer Konkurrenz darstellt.

Einbrüche als Chancen nutzen

Und wer da auf Chancen bei solchen Unternehmen an der Börse wartet, der wird durchaus belohnt.

Die Titel brachen nach der Publikation der Semesterresultate um über 13 Prozent auf unter 1500 Euro je Aktie ein. Derzeit stehen sie aber bereits wieder bei 1636 Euro je Papier und die Tendenz ist steigend.

Hermès-Reingewinn im Verhältnis zum Umsatz
Die Reingewinnmarge liegt bei rund 30 Prozent. (Screenshot: muula.ch)

Langfristige Anleger warten auf die nächsten Einbrüche bei Zinserhöhungen und kaufen dann immer wieder zu.

Traditionsfirmen sind genau wie Traditionen eben Wegweiser für Generationen.

08.08.2026/kut.

Luxus von Hermès ist unverwüstlich

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