Schweiz rast auf gigantische Immobilienblase zu

Appartments mit blauem Himmel
Schweizer Immobilienpreise steigen rasant. (Symbolbild: S. Adibfar / unsplash)

Die Preise für Wohneigentum haben sich erneut erhöht. Eine Form des Wohnens wird hierzulande fast unerschwinglich und Schuld trägt eine Institution.

Die Schweiz hat sich in eine schwierige Situation manövriert.

Die Immobilienpreise eilen von Rekord zu Rekord. Doch das bleibt nicht folgenlos.

Wohnungen fast unbezahlbar

Der Schweizerische Wohnimmobilienindex IMPI stieg im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Donnerstag bekanntgab.

Zwar sanken dabei landesweit die Preise für Einfamilienhäuser um 0,7 Prozent.

Doch die Tarife für Eigentumswohnungen legten innerhalb von nur drei Monaten um 3,5 Prozent zu.

Wohnimmobilienpreisindex laut BFS

Gegenüber dem Vorjahresquartal zeigte sich diese Inflation ebenfalls.

Die Gesamtteuerung für Wohnimmobilien habe bei 3,5 Prozent gelegen, hiess es von den Statistikern.

Preisauftrieb bei Wohnimmobilien laut BFS
Eigentumswohnungen verteuerten sich zuletzt deutlich. (Quelle: BFS)

Bei den Konsumentenpreise gilt wohlgemerkt ein Wert von 2 Prozent als Preisstabilität.

Davon ist die Schweiz bei Wohneigentum mittlerweile deutlich entfernt.

Gigantischer Preisschub

Der Blick in verschiedene Gemeindetypen verrät, dass die Jahresteuerung sowohl bei Einfamilienhäusern als auch bei Eigentumswohnungen teils schon 5 Prozent beträgt.

Die Durchschnittswerte verdecken da die wahren Entwicklungen stark.

Die Dynamik des Preisauftriebs wird auch beim Blick auf die BFS-Quartalsveränderungen deutlich.

Preisentwicklung bei Wohneigentum laut BFS
In manchen Gemeinden steigen die Preise für Wohneigentum rund 5 Prozent. (Screenshot: muula.ch)

Was ist der Grund für diese Teuerung?

Die Nachfrage bleibt hoch und das lässt sich nicht nur mit Zuwanderung erklären.

Durch die Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB kommen viele Menschen auf die Idee, aufgrund der günstigen Finanzierungskosten doch auf Wohneigentum zu setzen. Dies treibt die Nachfrage an.

Detailhandel leidet

Die Folgen lassen sich aber nicht nur an Wohnimmobilien, sondern derzeit auch in den Schweizer Innenstädten ablesen.

Von Bern, Basel, Genf und St. Gallen über Lausanne bis Zürich schliesst ein Ladengeschäft nach dem anderen.

Die hohen Mieten, die aus den gestiegenen Immobilienpreisen resultieren, kann der margenschwache Detailhandel nicht mehr bezahlen.

Somit schliessen besonders viele kleine Geschäfte.

Hilfe für die Exportwirtschaft

Die SNB hat bei ihrer Nullzinspolitik aber praktisch nur den starken Schweizerfranken im Blick.

Würde sie ihre Leitzinsen anheben, würde es attraktiver, Geld in der Schweiz anzulegen, und die Nachfrage nach Schweizerfranken würde anziehen.

Diese Aufwertung des Schweizerfrankens belastet aber die Exportwirtschaft, weshalb das Land quasi als kleineres Übel eine Immobilienblase riskiert.

Dies geht aber nur so lange gut, solange sie nicht explodiert.

30.07.2026/ena.

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