
Die Schweizerische Nationalbank macht eine Neuerung bei einem Bericht. Diese Änderungen lenken die Aufmerksamkeit auf wichtige Schwachstellen.
Die Schweizerische Nationalbank SNB hat die Publikation eines wichtigen Berichts um einige Wochen verschoben.
Die Gründe seien Wünsche von den Medien, sagte SNB-Chef Martin Schlegel zwar unlängst am Quartalsgespräch.
Neues Kommunikationsmittel
Doch in Wahrheit war der Bericht zur Finanzstabilität der Schweiz mit der gleichzeitigen Publikation zum Zinsentscheid stets nach hinten gerückt.
Nun publiziert die Schweizer Zentralbank ihre Anmerkungen zur Finanzstabilität einige Wochen später, und damit bekommt die SNB ein neues Kommunikationsinstrument an die Hand.
Die Schweizer Notenbank legte diesmal den Fokus auf die Kapitalisierung systemrelevanter Banken und stützte den Bundesrat beim Ansinnen, die Auslandstöchter der Grossbank UBS zu 100 Prozent mit Eigenkapital zu unterlegen.
Sorgen um Postfinance-Eigenmittel
Die Profitabilität der drei inlandorientierten systemrelevanten Banken entwickelte sich unterschiedlich, hiess es zunächst formal. Während sie bei der Postfinance und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zunahm, ging sie bei der Raiffeisen-Gruppe zurück.
Die regulatorischen Kapitalquoten stiegen insgesamt, auch infolge der Einführung von Basel III final.

Bei der Raiffeisen-Gruppe und der ZKB lagen die risikogewichteten Kapitalquoten und die Leverage Ratios Ende 2025 deutlich über den regulatorischen Anforderungen.
Bei der Postfinance lag die risikogewichtete Kapitalquote ebenfalls deutlich, die Leverage Ratio, also das harte Eigenkapital, aber nur leicht über den regulatorischen Anforderungen.
Dies zeigt, dass die Schweiz eigentlich ein Problem mit der Staatsbank Postfinance hat.
CS-Übernahme fordert Tribut
Die Profitabilität der Grossbank UBS verbesserte sich 2025 weiter.
Ausschlaggebend dafür waren die Ergebnisse in der Vermögensverwaltung und im Investment Banking. Das Schweizer Geschäft verzeichnete dagegen aufgrund des tieferen Erfolgs aus dem Zinsengeschäft einen Rückgang der Profitabilität.
Bezüglich Kapital übertrifft die UBS ihre vollständig umgesetzten Kapitalanforderungen der aktuellen Too-big-to-fail-Regulierung (TBTF-Regulierung), die ab 2030 gelten.
Diese Anforderungen spiegeln die gestiegene Systemrelevanz der Bank aufgrund ihrer Übernahme der Credit Suisse, doch sie haben nichts mit den neuen Kapitalanforderungen zu tun, die gerade in der Planung sind.
Warten auf Entscheid
Betreffend Kapital hat der Bundesrat insbesondere empfohlen, die Kapitalanforderungen für das Stammhaus einer Bankengruppe zu erhöhen.
Konkret müssten die Beteiligungen eines Stammhauses an seinen ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit hartem Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET1) unterlegt sein.
Die Grossbank sträubt sich dagegen, und es sind schon Erleichterungen im Gespräch. Doch die offizielle Schweiz hat noch keinen Entscheid gefällt.
Konkurrenz schlecht machen
Kritisch zeigte sich die SNB bezüglich Stablecoins, also Kryptowährungen, welche an den Dollar oder Franken gebunden sind.
Hierbei wird die Nationalbank aber politisch, weil dies eine Konkurrenz zu dem von ihr herausgegebenen Bargeld darstellt.

Insofern ist das neue Kommunikationsmittel der SNB durchaus kritisch zu betrachten.
Nicht alles, was die Notenbanker um die SNB sagen, stimmt, selbst wenn sie es mit Nachdruck sagen. Hauptsache, die Mehrheit der Menschen und vor allem die Politik glauben es.
Und dafür verschiebt die Nationalbank auch schon mal einen Bericht um ein paar Wochen.
02.07.2026/kut.



