
Der Bund und die Kantone geben Millionen aus, um Firmen und Beschäftigte auf Korrektheit zu prüfen. Doch das ist herausgeworfenes Geld.
Die neuesten Zahlen zur Schwarzarbeit lassen das Blut in den Adern erstarren.
Der Staat führte 2025 mit rund 1,5 Prozent mehr an Ressourceneinsatz rund 0,5 Prozent weniger Betriebskontrollen durch, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am Mittwoch bekanntgab.
Gastro, Bau und Schönheit
Neben den 14.450 Betriebskontrollen sei auch bei den Personenkontrollen eine Abnahme von rund 9 Prozent gegenüber 2024 festzustellen gewesen, hiess es weiter.
Die Kontrollschwerpunkte lagen im Berichtsjahr beim Baunebengewerbe, Gastgewerbe, Handel, Bauhauptgewerbe und bei den Coiffeursalons und Kosmetikinstituten.
Rund 68 Prozent aller Betriebskontrollen liessen sich einer dieser fünf Branchen zuordnen, erklärte das Seco.
Immer mehr Kontrolleure
Die Zahl der Vollzeitstellen an Inspektoren legte dabei 2025 um besagte 1,5 Prozent auf 82,2 zu.
Besonders die Kantone Basel-Landschaft und das Wallis rüsteten im vergangenen Jahr besonders stark auf. In den Kantonen Waadt sind 9 Vollzeitstellen für Inspektionen im Einsatz und im Kanton Genf sind es 8,2.

Zürich als wirtschaftsstärkster Kanton kommt auf 6,8 Vollzeitstellen. Auf die Beschäftigung sowie Anzahl der Betriebe bezogen sind aber Basel-Stadt und Basel-Landschaft besonders eifrig bei Kontrollen.
In Zürich gibt es 125.000 Arbeitsstätten mit 1,1 Millionen Beschäftigten. In Basel-Stadt sind es nur 18.000 Arbeitsstätten und nicht einmal 200.000 Arbeitskräfte. Die Relationen stimmen da schon mal gar nicht.
Verlustgeschäft für den Staat
Die finanzielle Beteiligung des Bundes ist seit 2019 von 4,14 Millionen Franken auf 4,83 Millionen Franken im Jahr 2024 gestiegen.
Für 2025 kann das Seco noch nicht angeben, wie hoch die hälftige Kostenbeteiligung des Bundes an den Löhnen der Inspektoren ist.
Doch schon anhand dieser Zahlen lässt sich ablesen, dass allein an direkten Kontrollkosten rund 10 Millionen Franken in der Schweiz draufgehen.
Gesamthaft nahmen die Kantone im Berichtsjahr aber nur 1.169.509 Franken an Gebühren und Bussen ein, was einen Rückgang um 3 Prozent bedeutete.
Für den Staat ist die Kontrolle der Schweizer Schwarzarbeit also ein grosses Verlustgeschäft.
Konstante Zahl an Missständen
Die Verteilung der Rückmeldungen der Spezialbehörden, welche die gefundenen Fälle weiterbearbeiten und die bei den direkten Kosten noch nicht einmal enthalten sind, zeigen eine weitere Sinnlosigkeit der Kontrollen.

Rund 74 Prozent der landesweit rund 3500 weiterbearbeiteten Fälle im Jahr 2025 beträfen das Ausländerrecht, erklärte das Seco.
Aber nur jeweils 13 Prozent seien im Sozialversicherungsrecht und im Quellensteuerrecht anzusiedeln, hiess es.
Also dort, wo es ein Papier, wie eine Grenzgängerbewilligung braucht, gab es die meisten Vergehen. Dort, wo das Geld tangiert ist, arbeiten die Schweizer Firmen quasi fast korrekt.
Gutes Zeugnis für Arbeitgeber
All diese Beschäftigungstherapie zu Schwarzarbeitskontrollen könnte sich die Schweiz also sparen und dafür Bürokratie sowie Abgaben reduzieren.
Schweizer Arbeitgeber handeln grossmehrheitlich korrekt.
Kaum jemand gibt sich im Land illegaler Beschäftigung hin, doch der Staat treibt die Kontrollen immer weiter auf die Spitze.
17.06.2026/kut.





