Ex-Raiffeisen-Chef Vincenz als Steuerbetrüger entlarvt

Eine Filiale der Raiffeisen
Die Raiffeisen-Gruppe duldete offenbar dubioses Geschäftsgebaren. (Bild: PD)

Über ein Jahrzehnt führte Pierrin Vincenz die Raiffeisen-Gruppe. Was er für ein Mensch ist, zeigt nun ein Urteil des höchsten Gerichts der Schweiz.

In der Schweiz weitet sich der Skandal um die alte Raiffeisen-Führung aus.

Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz wurde vom Bundesgericht zu einer Busse von fast einer Million Franken verdonnert, wie die «SonntagsZeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe zuerst berichtete.

Millionen nicht angegeben

Das Urteil bestätigte einen Entscheid des Obergerichts Appenzell-Ausserrhoden, hiess es weiter.

Dort war es um Vincenz‘ Steuerdeklaration gegangen, bei der dubiose Deals, die in einem separaten Verfahren behandelt werden, nicht angegeben worden waren.

Das Urteil des Bundesgerichts, welches unter der Nummer 9C-164/2025 öffentlich zugänglich ist, zeigt, dass der frühere Chef von Raiffeisen Schweiz 3,4 Millionen Franken am Fiskus vorbeischleusen wollte.

Luxusexzesse auf Firmenkosten

Doch mehrere Gerichtsinstanzen bis hin zum Bundesgericht sahen dies als Steuerhinterziehung an. Somit ist Vincenz nun erwiesenermassen quasi ein Steuerbetrüger.

Die anderen Angelegenheiten um dubiose Firmengeschäfte mit Arbeitgebern, Exzesse in Erotiklokalen auf Spesen und die Verwüstung eines Hotelzimmers in Zürich, sind noch vor Gericht hängig.

Die Steuerfahnder seien aufgrund dieser Gerichtsverfahren auf die fehlende Steuerdeklaration aufmerksam geworden, berichtete die «SonntagsZeitung» weiter.

Andere Interpretation vor Gericht

Das Leugnen von steuerpflichtigen Geschäften des einstigen Topbankers der Schweiz wirft auch wieder ein schlechtes Licht auf die Bankengruppe Raiffeisen. Dort, in St. Gallen, konnte Vincenz offenbar viele Jahre lang einfach walten.

Vor Gericht hatte er bei den Steuern argumentiert, die betreffenden Zahlungen seien gar kein Einkommen gewesen, sondern Darlehen oder Rückzahlungen aus Beteiligungen.

Doch dies liessen die Richter nicht gelten und verdonnerten Vincenz zu einer Busse von 980.000 Franken wegen Steuerhinterziehung.

Dubiose Gestalten geduldet

Das Verfahren um Betrug und ungetreuer Geschäftsführung steht ab August 2026 noch an, weil es quasi nochmals auf Start gesetzt worden war.

All solche Machenschaften werfen ein schlechtes Licht auf die eigentlich genossenschaftlich ausgerichtete Raiffeisen-Gruppe, was sie für einen Menschen über viele Jahre an der Spitze des Geldhauses geduldet hat. 

24.05.2026/kut.

Ex-Raiffeisen-Chef Vincenz als Steuerbetrüger entlarvt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert