
Die Lohnerhöhungen fielen 2025 in der Schweiz sehr unterschiedlich aus. Doch vor allem ein Bereich zeigt eine bedenkliche Verbesserung der Kaufkraft.
Die Schweizer Arbeitnehmer müssen bei Lohnerhöhungen nicht darben.
Im Jahr 2025 nahmen die Nominallöhne gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 1,8 Prozent zu, wie das Bundesamt für Statistik BFS die neuesten Zahlen bekanntgab.
Ganze Kollektive bekamen mehr
Im Jahr 2024 waren sie bereits um denselben Betrag von 1,8 Prozent gestiegen; 2023 lag das Lohnplus immerhin bei 1,7 Prozent.
Selbst bei gewerkschaftlich organisierten Arbeitsverhältnissen ging die Fahrt weiter nach oben.
In den wichtigsten Gesamtarbeitsverträgen (GAV), denen rund 600.000 Arbeitnehmer angeschlossen sind, sei für 2025 kollektivvertraglich eine Effektivlohnerhöhung von 0,9 Prozent vereinbart worden, hiess es weiter vom BFS.
Nur 2023 etwas verloren
Natürlich spielt bei Lohnerhöhungen auch die Inflation eine Rolle.
Die Teuerung lag zuletzt im vernachlässigbaren Bereich von nur 0,2 Prozent, weshalb die Steigerung der Saläre auch real Bestand hatte.

Die Kaufkraft der Löhne legte 2025 also um 1,6 Prozent zu. Im Jahr 2024 lag das Plus bei 0,7 Prozent.
Doch 2023 hatten die Reallöhne leicht um 0,4 Prozent nachgegeben, weil die Teuerung bei hohen 2,1 Prozent lag.
Vorsichtiger Maschinenbau
Die Industrie war vorsichtiger mit Lohnsteigerungen.
Sie gab ihrem Personal nur 1,5 Prozent nominal mehr, wie das BFS weiter bekanntgab.
Die florierende Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen zeigte sich spendabel und gab ihren Mitarbeitern 3,1 Prozent im Schnitt mehr.
Im Maschinen- und Fahrzeugbau fiel die Lohnentwicklung hingegen mit +0,7 Prozent moderater aus.
Sozialwesen als Schlusslicht
Im Dienstleistungssektor erhöhten sich die Nominallöhne 2025 mit durchschnittlich 1,9 Prozent etwas stärker als im Industriesektor.
Sie entwickelten sich allerdings nicht in allen Wirtschaftszweigen gleich. Die stärkste Zunahme wurde mit +3,3 Prozent in der «öffentlichen Verwaltung» verbucht.
Der «Handel» kam mit +1,5 Prozent nicht einmal auf halb so viel.
In den Branchen «Gesundheits- sowie Sozialwesen und Heime» gab es sogar nur nominal ein Plus von 0,4 Prozent.
Bedenkliche Fehlentwicklung
Klar spielt bei Gehaltserhöhungen die Dynamik in den einzelnen Wirtschaftsbereichen eine grosse Rolle.
Dass aber der Schweizer Staat die höchsten Lohnsteigerungen verzeichnet, sollte der Schweiz zu denken geben. Im Jahr 2024 hatte das Lohnplus bei den Beamten & Co. bereits überdurchschnittliche 2,5 Prozent betragen.
Die Anreize, in der Privatwirtschaft zu arbeiten, gehen da verloren, wenn alle Bewohner nur davon träumen, in der öffentlichen Verwaltung zu arbeiten.
22.04.2026/kut.





