Tipps zur rascheren Entscheidungsfindung

Welcher ist der richtige Weg? (Bild: Gerd Altmann / pixabay)

Topmanager müssen jeden Tag viele Entscheide treffen. Einfache Rezepte helfen, damit die Chef nicht ewig an einem Problem herumgrübeln.

Jeder hat eine andere Art, Entscheidungen zu treffen. Doch wenn bei Führungskräften viel auf dem Spiel steht, neigen Menschen dazu, ewig über die Probleme nachzudenken und nie zu einer Lösung zu kommen.

Für Topmanager wäre dies aber fatal, weil ihre Firmen dann stehenblieben. Daher fragen sich viele, wie gehen Kadermitarbeitende vor, um ihre Entscheide treffen. Einige Führungskräfte offenbarten sich gegenüber dem deutschen «Handelsblatt».

Laufendes Gedankenkarusell

So gab der dänische Manager und Noch-CEO des Sportkonzerns Adidas an, erst einmal alle Fakten auf dem Tisch haben zu wollen und dann das Für und Wider abzuwägen. Es sei allerdings auch wichtig, über einen Entscheid im Vorfeld zu diskutieren, viele Fragen zu stellen und zuzuhören, sagte Kasper Rorsted gegenüber dem Blatt.

Und wenn er gar nicht mehr aufhören kann, über eine Sache nachzudenken, dann helfe ihm nur noch, Sport zu treiben, betonte er.

Rituale finden

Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Antworten zahlreicher Topmanager und Topmanagerinnen. Während einige von ihnen sich sportlich betätigen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, ziehen sich andere etwa in einen Park zurück oder hören ihre Lieblingsmusik als Ritual.

Dabei hat auch die Wissenschaft das Problem des übertriebenen Durchdenkens mittlerweile erkannt und gibt Hinweise, wie das Topmanagement zu rascheren Entscheiden finden kann:

Wissenschaft mit Lösung

Laut dem US-Organisationspsychologen Adam Grant sollten sich Betroffene nämlich zwei Fragen stellen, falls sie merken, dass sie zu lange an einem Problem herumgrübeln: Erstens – wie folgenreich ist der Entscheid, den ich treffen möchte? Und zweitens, wie leicht lässt sich die Entscheidung rückgängig machen?

Je weniger folgenschwer und irreversibel die Entscheidung sei, desto rascher könnte sie getroffen werden, führte der Experte aus. In diesen Fällen sind weniger Zweifel angebracht.

Einfacher Ausweg

Falls es sich aber um folgenschwere Entscheide handle, desto wichtiger sei es, tief in die Analyse einzusteigen und auf Basis von Zahlen beziehungsweise Fakten zu entscheiden, ohne ständig die Probleme erneut durchzudenken.

Natürlich sollte das Topmanagement auch Verantwortung delegieren können, damit es sich mit klaren Köpfen auf das Wichtige besinnen kann.

Die Chefin des Sportartikelherstellers Puma, Anne-Laure Descours, gab bei der Befragung aber noch einen interessanten Aspekt an. Overthinking, so sagte sie, resultiere oft aus dem Drang heraus, perfekt sein zu wollen. Dabei müssten Entscheidungsträger einfach akzeptieren, dass auch mal etwas schiefläuft.

«Ich wäge heute nicht mehr alle Eventualitäten ab, sondern konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann», betonte die Topmanagerin.

06.09.2022/kut.

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