
Die Schweiz muss erneut ihre Pflichtlager anzapfen. Nach Benzin, Diesel & Co. muss das Ausland den Schweizern immer wieder auf die Sprünge helfen.
Die Versorgungssituation der Schweiz ist derzeit alles andere als rosig.
Beispielsweise bei Futtermitteln ist regelrecht eine Krise ausgebrochen und das Land muss seine Pflichtlager nutzen.
Erneuter Rückgriff auf Reserven
Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Guy Parmelin, habe die Pflichtlagerfreigabe für Protein-Futtermittel angeordnet, teilten die Behörden am Donnerstag überraschend mit.
Seit dem 1. September 2026 dürfen im Rahmen einer temporären Bedarfsdeckungsunterschreitung bereits bis zu 20 Prozent der Pflichtlagermenge bezogen werden.
Nun muss die Schweiz ab 15. Oktober weitere Bestände anzapfen, wie es hiess.
Vorräte für zwei Monate
Seit 1. September seien bereits 9,5 Prozent der gesamten Pflichtlagerbestände bezogen worden.
Dies sei das erste Mal seit Bestehen der Pflichtlager für Nahrungs- und Futtermittel, dass Bezüge gemacht werden, erklärte das WBF weiter.
Dies verdeutlicht den Ernst der Situation.
Der Grund für die Nutzung der Notvorräte seien anhaltende logistische Engpässe entlang der Lieferkette, insbesondere die wegen Niedrigwassers weiterhin stark eingeschränkten Transporte über Rhein und Donau.
Ausland muss einspringen
Die Pflichtlager für Protein-Futtermittel haben in der Schweiz eine Bedarfsdeckung von zwei Monaten als Zielvorgabe und befinden sich, wie alle Pflichtlager, im Besitz der Unternehmen.
Die vorgegebene Reichweite eines Pflichtlagers geht von der Annahme aus, dass keine Importe mehr möglich sind.
Da aber noch etwas importiert werden kann, reichen die Vorräte etwas länger als die unterstellte Bedarfsdeckung, erklärten die Behörden.
Insofern hilft das Ausland der Schweiz wieder einmal aus der Versorgungsmisere.
Konsumenten zahlen doppelt
Es ist in der jüngsten Vergangenheit vorgekommen, dass die Schweiz ihre Notvorräte anzapfen muss, wie muula.ch zu Benzin, Diesel, Futtermais & Co. berichtete.
Das Pflichtlagersystem sieht vor, dass die Kosten über die Verkaufspreise auf die Verbraucher überwälzt werden.
Insofern bittet der Protektionismus der Schweiz die Konsumenten an die Kasse. Die Schweizer zahlen da sogar doppelt.
Einerseits mit den vorhandenen Importbeschränkungen, bei denen überhaupt Mangelsituationen entstehen.
Und andererseits, um Versorgungsengpässe dann zu überbrücken beziehungsweise zu beseitigen.
08.10.2026/kut.




