
Die Schweiz musste ihre Pflichtlager für Benzin und Diesel anzapfen, um Preisexplosionen oder Fahrverbote zu vermeiden. Doch die Krise geht weiter.
Bis zum 20. September hat das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL einen Teil der Pflichtlager für Benzin sowie Diesel freigegeben und dies war bitter nötig gewesen.
Raffinerie ausgefallen
Beim Benzin sei die gesamte Menge bezogen worden und beim Dieselöl rund zwei Drittel, teilte das BWL am heutigen Montag nach Ablauf der Massnahme mit.
Der Versorgungsengpass bei Mineralölprodukten war eingetreten, weil der Schiffstransport auf dem Rhein in die Schweiz derzeit nur sehr eingeschränkt möglich ist und gleichzeitig die einzige Raffinerie der Schweiz, jene in Cressier NE, einen rund zweiwöchigen Betriebsunterbruch erlitt.
System hat gewirkt
Die Erdölraffinerie im Kanton Neuenburg habe ihre Produktion nun aber nach Behebung des technischen Defekts wieder aufgenommen, hiess es weiter vom BWL.
Dadurch könnten die regulären Versorgungskanäle den Bedarf an Benzin sowie Diesel wieder decken und weitere Bezüge aus den Pflichtlagern seien derzeit nicht erforderlich.
Letztlich haben die Vorräte der Schweiz aus der Patsche geholfen, ohne dass es gigantische Preisexplosionen beziehungsweise Fahrpriorisierungen für Rettungsdienste & Co. gab.
Weiter steigende Preise
Die Versorgungssituation bei Mineralölprodukten bleibe allerdings angespannt, teilte die Behörde mit.
Hinzu kommt nunmehr eine zusätzliche Nachfrage am Markt: Die Entnahme der rund 30.000 m3 an Benzin und rund 20’000 m3 an Dieselöl muss wieder rückgängig gemacht und die Pflichtlager innerhalb von 6 Monaten wieder aufgefüllt werden.
Damit dürften die Preise weiter steigen, welche die Konsumenten ohnehin belasten.
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten sei zwar derzeit sichergestellt. Doch sicher ist das nicht.
21.09.2026/kut.



