Telekomfirma Sunrise im Jammertal

Sunrise-Mobilzahlung
Telekomanbieter Sunrise will Hunderte Mitarbeiter loswerden. (Bild: PD)

Der Telekomanbieter Sunrise plant einen Kahlschlag beim Personal. Doch der Konkurrent von Swisscom kommt auch so kaum auf einen grünen Zweig.

Die Telekomfirma Sunrise kam im November 2024 zu 44.75 Franken je Aktie wieder an die Schweizer Börse SIX.

Zuvor hatte das Unternehmen praktisch nur hohe Verluste erwirtschaftet und seither ist es auch nicht besser geworden.

An Markt anpassen

Da platzte am heutigen Montag mitten in den Börsenhandel die Nachricht, dass Sunrise den Abbau von 450 Vollzeitstellen plane.

Sunrise prüfe eine umfassende Neuausrichtung des Betriebsmodells, um die sich abzeichnenden Markt- und Technologieentwicklungen zu antizipieren, hiess es zur Begründung.

Zweites Streichkonzert

Per Ende 2025 zählte der Telefonkonzern 2900 Vollzeitstellen. Damit sind also rund 16 Prozent der Belegschaft von der neuen Umstrukturierung betroffen.

Bereits im Januar dieses Jahres hatte Sunrise rund 150 Arbeitsplätze abgebaut. Es zeigt sich, dass dies nicht ausreichend war.

Sunrise-Konzern Jahresrechnungen
Sunrise generiert aus rund 3 Milliarden Franken an Umsatz nur Verluste. (Screenshot: muula.ch)

Ein solcher Kahlschlag und die Kommunikation während des Aktienhandels sind ungewöhnlich.

Es zeigt jedoch, wie dramatisch die Situation bei dem Unternehmen mittlerweile sein muss.

Nur Fehlbeträge erwirtschaftet

Die Verluste weiteten sich im ersten Semester 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 12 Prozent auf zirka 60 Millionen Franken.

Damit nehmen die Fehlbeträge von der Börsenabspaltung quasi kein Ende und könnten das Niveau von 2025 übersteigen.

Insofern muss das Management sogar drastisch an der Kostenschraube drehen.

Platzhirsch Swisscom im Vorteil

Shop-, Vertriebs- und Kundendienst-Mitarbeiter sollen weitestgehend und Lernende gänzlich von einem allfälligen Stellenabbau ausgenommen werden, hiess es zu den Kostenmassnahmen weiter.

Der Hauptkonkurrent im Schweizer Markt, die Swisscom, lacht sich ins Fäustchen. Hier trägt über die Hälfte der Risiken immerhin der Schweizer Staat.

Der Wettbewerb kommt aber bei teuren Netzwerkgeschäftsmodellen eben nur schwer in Gang und der Strukturwandel um Künstliche Intelligenz KI setzt den Telekomfirmen besonders zu.

Investoren büssen

An der Börse machten die Informationen nicht viel aus.

Der aktuelle Aktienkurs bei den Sunrise-Titeln lag etwas über 40 Franken je Titel.

Das ist ein stattliches Minus seit dem jüngsten Börsengang. Es gilt die alte Regel, dass Investoren vorsichtig sein müssen, wenn ihnen Altaktionäre etwas verkaufen wollen.

21.09.2026/kut.

Telekomfirma Sunrise im Jammertal

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