Nahostkonflikt führt vielerorts zu Wirtschaftskrise

Sonnenuntergang in Beirut
Die Swiss streicht alle Flüge in die libanesische Hauptstadt Beirut. (Bild: S. Calado / unsplash)

Der Terrorangriff der Hamas auf Israel hat nicht nur menschliches Leid zur Folge. Die Situation eskaliert wirtschaftlich – sogar in den Nachbarländern.

Kriege sind nicht nur Tragödien aufgrund des menschlichen Leids, das sie verursachen, sondern sie haben auch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen.

In Kriegen werden ganze Volkswirtschaften zerrissen, die Lebensgrundlagen viele Menschen zerstört und die wirtschaftliche Zukunft ganzer Nationen gefährdet.

Zerstörung der Strassen

Nachdem die Hamas aus dem Gazastreifen heraus einen Terrorangriff auf Israel verübt hat, holt Israel logischerweise zu einem Gegenschlag aus.

Doch die Folgen sind nicht nur für Israel und die Palästinensergebiete fatal, weil die kriegerische Auseinandersetzung zu schweren Schäden an Infrastruktureinrichtungen wie Strassen, Brücken, Schulen und Spitälern führen.

Von der Zerstörung von Energie- und Wasserleitungen sowie der Kanalisation ganz zu schweigen.

All dies beeinträchtigt die Mobilität von Menschen und den Transport von Waren, was dann wieder zu Versorgungsengpässen und steigenden Preisen führt.

Die Wiederherstellung der Infrastruktur erfordert enorme Investitionen und Zeit.

Spannungen bei Helfern

Kriege zwingen Millionen von Menschen zur Flucht aus ihren Heimatländern. Dies führt zu einer erhöhten Belastung für die Aufnahmeländer, die bereits ihre eigenen wirtschaftlichen Herausforderungen bewältigen müssen.

Gerade in der Nahostregion sind die Länder schon mit Flüchtlingen aus Syrien überlastet.

Die Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen aus den Palästinensergebieten und aus Israel erfordert beträchtliche Ressourcen und kann zu sozialen Spannungen führen.

Ägypten steht bereits unter Zugzwang, seine Grenzen für hunderttausende Flüchtlinge zu öffnen – mit all den ökonomischen Folgen für das Land.

Armut verbreitet sich

Nicht zu unterschätzen sind aber auch Arbeitsplatzverluste und Einkommensrückgang der Menschen in den betroffenen Kriegsgebieten, wo Arbeitsplätze vernichtet, Fabriken geschlossen und Unternehmen aufgegeben werden.

Wo Bomben einschlagen, braucht es auch kein Strassencafé mehr. Wo Raketen niederprasseln, können zivile Flugzeuge auch nicht mehr landen und die Touristen bleiben sofort weg.

Betroffene verlieren daraufhin ihre Einkommensquellen, was zu steigender Arbeitslosigkeit und Armut führt. Dies wiederum belastet die Sozialsysteme der betroffenen Länder und erhöht die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe.

Swiss streicht weitere Flüge

Genau so ist es nun nicht nur für Israel mit Städten wie Tel Aviv oder Jerusalem und die Gebiete unter palästinensischer Verwaltung, wie Bethlehem, gekommen. Kaum noch jemand besucht die heiligen Stätten.

Selbst der Libanon ist nun betroffen, wie etwa die Schweizer Fluggesellschaft Swiss am heutigen Montagabend mitteilte.

Die Airline habe sich aufgrund der aktuellen Lage in Nahost und der Spannungen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon dazu entschieden, die Flüge von und nach Beirut bis vorerst 28. Oktober auszusetzen, hiess es.

Eine Ausweitung des Konflikts sei gegenwärtig nicht auszuschliessen und die Sicherheit von Crews und Passagieren habe oberste Priorität, so die Swiss. Betroffen seien vier Flüge am 17., 19., 24. und 26. Oktober, erklärte die Schweizer Premiumfluggesellschaft.

Einnahmen gehen weltweit verloren

Somit betrifft die Streichung von Flügen nicht mehr nur Israel, wie auch muula.ch berichtete. Nunmehr geht es wirtschaftlich auch in den Nachbarländern bergab.

Wenn kein Flug ankommt und keiner abfliegt, braucht der Flughafen auch kein Personal, die Taxifahrer haben keine Fahrgäste, es wird nichts gegessen und und und. Die Swiss will die Ticketpreise erstatten. Auch da gehen also Einnahmen verloren.

Kriege unterbrechen sofort internationale Handelsbeziehungen und Exportmöglichkeiten. Dies hat wiederum negative Auswirkungen auf die Exporteure, die auf den weltweiten Absatzmarkt angewiesen sind, und führt zu einem Rückgang der Deviseneinnahmen und der wirtschaftlichen Stabilität.

Volksvermögen vernichtet

Bei alldem wird auch klar, dass die Inflation sofort steigt und die kriegerischen Auseinandersetzungen auch Währungsabwertungen auslösen.

Die hohe Nachfrage nach lebenswichtigen Gütern in Zeiten des Konflikts treibt die Preise in die Höhe, während gleichzeitig die Währung an Wert verliert. Dies erhöht die Kosten für den täglichen Bedarf und verringert die Kaufkraft der Bevölkerung.

In Israel fiel der Schekel seit Beginn des jüngsten Konflikts auf ein Sieben-Jahres-Tief zum Dollar. Die israelische Zentralbank kündigte umgehend den Verkauf von Devisenreserven in Höhe von 30 Milliarden Dollar an, um die Heimwährung zu stützen.

Das Geld war Volksvermögen der Israeli.

Generationen belastet

Doch selbst der Russische Rubel verlor stark an Wert, weil die Menschen sofort sichere Häfen, wie den Schweizerfranken suchen.

Um Kriege und militärische Stärke zu finanzieren, nehmen viele Nationen hohe Schulden auf. Diese Schulden müssen irgendwann zurückgezahlt werden, was die Wirtschaftsleistung in den Nachkriegsjahren belastet und die finanzielle Belastung für kommende Generationen darstellt.

Insgesamt zeigen diese Faktoren, wie Kriege nicht nur das physische Leiden, sondern auch das wirtschaftliche Leiden von Menschen verschärfen.

Sie verursachen wirtschaftliche Instabilität, Armut und Unsicherheit, welche die Lebensqualität und die Zukunftschancen der Betroffenen auf Jahre erheblich beeinflussen.

Zur Vernunft bringen

Die Verhinderung von Kriegen und die Förderung von Konfliktlösung und Frieden sind daher von enormer Bedeutung, um das wirtschaftliche Wohlergehen der Menschen eigentlich weltweit zu schützen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heisst es. Für Israel, die Palästinenser und nun auch für die Nachbarländer bleibt nur die Hoffnung auf den Verstand der Verantwortlichen.

16.10.2023/kut.

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