Finanzprüfer mit dürftigem Finanzbericht

Ein Mann im Anzug mit einem Finger nach vorne auf das Wort Audit
Finanzprüfer des Bundes leisten eigentlich wertvolle Arbeit für die Steuerzahler. (Bild: Tumisu / pixabay)

Die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK legt beim Bund die Finger in jede Wunde. Doch die Behörde selbst fällt nun mit lückenhaften Angaben auf.

Der Schuster hat die schlechtesten Paar Schuhe, heisst es oft.

Genau dies trifft auch auf die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK zu, welche dem Eidgenössischen Finanzdepartement EFD zugeordnet ist.

Nachvollziehbares Handeln

Wer sich über die Arbeitsweise dieser Kontrollbehörde informieren will, dem steht der neueste Tätigkeitsbericht zur Verfügung.

Dort heisst es über Aktivitäten des Schweizer Staates, welche die EFK im vergangenen Jahr geprüft hat:

«Beleg für wirtschaftlichen Nutzen ausstehend», «klare Zeit- und Kostenplanung fehlt», «Ressourcen besser bündeln», «Kontrolle der Wirkungsziele stärken» oder etwa «fehlende Kontrollen zur Angemessenheit».

EFK-Direktor Pascal Stirnimann hob zudem hervor, dass Vertrauen in Bezug auf die Bundesverwaltung nur dort entstünde, wo ihr Handeln nachvollziehbar sei.

Doch bei seiner eigenen Behörde agiert er unvollständig, wie die Angaben im Jahresbericht zu den eigenen Finanzen verdeutlichen, der am heutigen Donnerstag in Bern vor den Medien vorgestellt wurde.

Einnahmen explodieren förmlich

Zunächst fehlt die vollständige Jahresrechnung.

Die EFK gibt nur ausgewählte Finanzkennzahlen über sich selbst bekannt und kommentiert sie dürftig. Andere Ämter sind da deutlich transparenter und publizieren sogar alle Resultate inklusive Testaten der Wirtschaftsprüfer.

Bei der EFK erhöhten sich 2025 die Ausgaben um rund 1 Prozent auf 34,1 Millionen Franken, hiess es.

Die Einnahmen legten aber um sage und schreibe 29,6 Prozent innerhalb eines Jahres zu.

Unverständliches zu Hintergründen

Als Erklärung bekommen die Leser allerdings bloss Phrasen an den Kopf geschmissen:

«Honorarerhöhungen eines mandatierten Prüfungsunternehmens, die dem Geprüften weiterbelastet werden, Zusatzaufwendungen durch bedeutende Feststellungen in Abschlüssen, Übernahme neuer Mandate und Abschlussrechnungen zu Aufträgen aus früheren Jahren».

EFK-Finanzangaben
Die EFK bezeichnet ihre Verluste als Jahresergebnisse. (Screenshot: muula.ch)

Die Zahl der Vollzeitstellen, die per Ende 2025 bei der EFK eine Beschäftigung hatten, erhöhte sich um rund 4 Prozent auf 133,5 FTE.

«Der durchschnittliche Stellenbestand hat um vier Mitarbeitende zugenommen, da die EFK die strukturellen Vakanzen aus dem Jahr 2024 teilweise aufgrund der Dauer des Rekrutierungsprozesses und von Kündigungsfristen erst 2025 wiederbesetzen konnte», hiess es diesbezüglich weiter unverständlich.

Hollywoodgagen beim Bund

Einige vakante Stellen konnte die EFK sogar nicht nahtlos wiederbesetzen, steht im Jahresbericht.

Darüber können die Bürger froh sein, denn die Personalausgaben betrugen 2025 schon 29 Millionen Franken, was bei den 133,5 Vollzeitstellen ein Jahressalär von fast 220.000 Franken im Schnitt je Staatsdiener ausmacht.

Dies sind schon stattliche Saläre für eine staatliche Stelle, bei der ein Arbeitsplatz quasi garantiert ist, selbst wenn die Fachanforderungen bei einem solchen Amt hoch sind.

Nutzer klagen über Webauftritt

Doch lohnt es sich, so viele Millionen für Prüfungen des Staates in nur einem Jahr auszugeben? Dazu sagt die Behörde nichts.

Aus den Entwicklungen von Pensionsansprüchen und von Sachkosten macht EFK-Direktor Stirnimann zudem ein Staatsgeheimnis.

Obendrein weiss muula.ch von einem Fall, in dem die Finanzprüfer des Bundes geltendes Recht verletzen, und die Webseite der Behörde gleicht selbst nach einer Überarbeitung weiterhin einem intransparenten Mülleimer von Informationen.

Wer etwas schnell sucht, wird kaum fündig.

Höhere Transparenz nötig

Die Öffentlichkeit darf also über die EFK durchaus ebenfalls feststellen:

«Beleg für wirtschaftlichen Nutzen ausstehend», «klare Zeit- und Kostenplanung fehlt», «Ressourcen besser bündeln», «Kontrolle der Wirkungsziele stärken» oder etwa «fehlende Kontrollen zur Angemessenheit».

Doch bekanntermassen haben Schuster die schlechtesten Paar Schuhe und die Finanzkontrolleure klar den schlechtesten Finanzbericht einer Schweizer Behörde.

Vertrauen entsteht laut Stirnimann beim Bund nur dann, wenn alles nachvollziehbar ist.

Also bitte EFK – alle Karten auf den Tisch legen.

21.05.2026/kut.

Finanzprüfer mit dürftigem Finanzbericht

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